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Die Grundlage unserer Rechtfertigung

[DER UNTEN ANGEFüHRTE ARTIKEL IST EINE WIEDERGABE EINES VORTRAGS VON BR. RAYMOND G. JOLLY (UNSER REDAKTEUR VON 1950 BIS 1979), AUF DER NEWPORT R. I. CONVENTION IM JUNI 1916. UM NICHT DIE PERSöNLICHKEIT DES VORTRAGS ZU VERWISCHEN, IST ES EINE PRAKTISCH WöRTLICHE WIEDERGABE, WIE MAN SIE IM BUCH MIT DEM TITEL „SOUVENIR NOTES BIBLE STUDENTS CONVENTIONS 1916“, SEITEN 101-105, FINDEN KANN. ZUR ERLäUTERUNG WURDEN ERKLäRUNGEN IN KLAMMERN HINZUGEFüGT. DER LESER SOLLTE AN DIE UMSTäNDE DES VORTRAGS UND DER GESCHWISTER IM JAHR 1916 DENKEN.]

Francis Millet der bemerkenswerte französische Künstler, war eine gewisse Zeit bedürftig. Von dem wenigen, was er besaß, gab er 20 Cent für Leinwand, 20 Cent für Farben und 20 Cent für Pinsel – woraus er eines der größten Meisterwerke der Welt, den „Angulus“, schuf, für den neulich ein Mann in New York City 200 000 Dollar zahlte.

Was war das Geheimnis dieses wunderbaren Bildes? War es die Farbe? Die Pinsel? Nein! Es war die sorgfältige Verwendung durch den Künstler.

Nun, liebe Freunde, unser großer Hirte gibt jetzt Seinen Schafen auf dieser Convention ein wunderbares Fest. Ich habe bemerkt, wie sich die verschiedenen Schafe ernähren. Einige werden unzweifelhaft größere Segnungen als andere erhalten. Warum? Unsere Charaktere sind wie die Leinwand, Gottes Wort ist die Farbe und Seine fürsorglichen Führungen, zusammen mit den Gelegenheiten des Zusammenseins mit Ihm (entweder allein oder zusammen mit anderen), sind die Pinsel, durch welche Sein Wort der Wahrheit auf unsere Charaktere wirkt und uns zu Meisterwerken macht, an welchen Er Wohlgefallen hat. Einer dieser Pinsel ist diese Convention, wenn wir sie richtig gebrauchen, wird es dabei hilfreich sein, unsere Charaktere zu vervollkommnen. Was wird aber das Geheimnis des Meisterstücks sein? Nicht die Leinwand (der unfertige Charakter), oder die Farbe (das nicht benutzte Wort Gottes), noch der Pinsel (diese Convention z.B.), sondern unsere sorgsame Verwendung – denn wir sind die Künstler, die unsere eigene Erlösung bewirken. Lasst uns fleißig die Aufgabe übernehmen, lasst uns die Wahrheit, welche wir auf dieser Convention erfahren haben, sorgsam für unsere Charaktere verwenden.

Gott hat uns für diese Stunde einen wundervollen Zug Seiner Wahrheit zur Betrachtung gegeben. Es gibt verschiedene Ansichten über die Grundlage oder die Basis unserer Rechtfertigung. Einige beanspruchen, dass sie durch ihre Werke gerechtfertigt sind. So sei es in Ordnung ein Wirtshaus zu führen, wenn sie den Gewinn für Kirchen oder Krankenhäuser verwenden, oder Gott wird ihnen vergeben, wenn sie dem Priester Geld geben, oder in gewisser Weise Reue zeigen. Oft hören wir den Spruch: „Ich bin so wie der Durchschnitt, ich denke, dass ich genauso schnell im Himmel bin wie Herr so und so.“ Viele Menschen fühlen sich durch Werke gerechtfertigt.

Andere lesen in der Bibel über Rechtfertigung aus dem Glauben und sehen sonst nichts. Dies sind oft Menschen, die bekehrt werden, die Hände mit einem gewissen Billy Sunday schütteln und sich darüber wundern, warum sich die Himmelspforten nicht öffnen. Einige von ihnen warten auf ihrem Totenbett, bis sie bewegt durch ihren wundervollen Glauben (?) „Herr, Herr“ sagen, und so fühlen, dass sie von einem furchtbaren Etwas errettet sind, so entschlafen und denken, dass sie im Himmel aufwachen.

Einige beanspruchen, dass es das Blut Christi ist, welches rechtfertigt, andere beanspruchen, dass Christi Tod eine Farce war, dass er unsterblich war und nicht sterben konnte, dass es der auferstandene Christus sei, der uns durch Sein Beispiel rechtfertige. Die christliche Wissenschaft sagt uns sogar, dass Christi Auferstehung bewies, dass der Mensch nicht sterben kann und dass „Dinge nicht so sind, wie sie aussehen“, dass Seine Auferstehung ein Beweis dafür ist, dass der Geist die Materie erobert.

Noch eine andere Klasse von Menschen beansprucht, dass Rechtfertigung ausschließlich eine Sache von Gottes Gnade sei. Viele sagen, dass Gott gnädig sei, dass Er sogar die Heiden in ihrer Unwissenheit retten wird. Die Universalisten sagen, dass Gottes Gnade alle erreichen wird, dass sogar der Teufel gerettet wird.

DIE FÜNFFACHE GRUNDLAGE

Der Verstand des gefallenen Menschen wurde so eingeschränkt, dass es für ihn schwierig wurde in Gottes wundervollen Plan zu einer Zeit mehr als einen Zug zu erkennen. Es gibt fünf Bohlen der Plattform, welche die Grundlage unserer Rechtfertigung bilden. Wie dumm, wenn man eine Bohle auswählt und darauf bestehen würde, dass wir das Ganze haben. So wie der Strauß, der seinen Kopf im Sandhaufen versteckt, denkt, dass er vor Jägern geschützt ist, so denken Menschen wie der Strauß, dass sie ihre Sünden unter einer einzigen Bohle verstecken können – wobei die ganze Plattform der Rechtfertigung gefordert wird, um unsere Sünden vor Jehova zu bedecken. Zuerst sind wir aus Gottes Gnade gerechtfertigt, zweitens durch das Blut Christi, drittens durch seine Auferstehung, viertens durch Glauben, fünftens durch Werke.

1. Gottes Gnade

Unsere Rechtfertigung ist vorrangig eine Angelegenheit von Gottes freier Gnade. Dies sollte die erste Bohle der Plattform oder Grundlage unserer Rechtfertigung sein. Die degradierte Menschenrasse ist eine Klasse Krimineller unter dem gerechten Todesurteil. Wenn es eine bevorstehende Befreiung geben sollte, irgendeine Vergebung der Sünde, eine Rechtfertigung des Lebens, muss sie auf Rechnung von Gottes eigener gnädigen Vorsehung gehen. So lesen wir: „Die Gnade Gottes ist Erlösung bringend, erschienen allen Menschen“ (Tit. 2:11; richtig übersetzt). „Errettete Er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hatten, sondern nach Seiner Barmherzigkeit…damit wir, gerechtfertigt durch Seine Gnade, Erben nach der Hoffnung des ewigen Lebens würden“ (Tit. 3:5, 7).

Gottes Gnade gibt der ganzen Menschheit Rettung, aber Seine Gunst erreicht insbesondere die Kirche. „Die große Erlösung“ ist für uns. Für uns (die zukünftige Kirche – Redakteur) hat Seine Gnade nicht nur ewiges Leben vorgesehen, sondern Unsterblichkeit, die göttliche Natur und eine Stellung der Braut auf dem Throne des Herrn. Gott hat den Menschen aus Nichts erschaffen, aber Seine verherrlichten Neuen Schöpfungen macht Er aus weniger als Nichts. Wenn ich mich selbst betrachte und dann auf Gottes wunderbaren Preis für mich, dann staune ich, wie ich ihn je erhalten kann, wenn ich dann aber auf Jesus meinen Anführer schaue, denke ich daran, dass ich ja eigentlich gar nicht scheitern kann. Auch unsere Erlösung durch Christus ist aus Gottes Gnade: „und werden umsonst gerechtfertigt durch Seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist. Ihn hat Gott hingestellt als einen Sühneort durch den Glauben an Sein Blut, zum Erweis seiner Gerechtigkeit wegen des Hingehenlassens der vorher geschehenen Sünden unter der Nachsicht Gottes.“ (Röm. 3:24, 25).

2. Das Blut Christi

Jesus ist unsere Sühnung, unser Gnadenstuhl und Gottes Gnade sorgt dafür, dass „Sein Blut“ Grundlage unserer Versöhnung ist. Damit haben wir die zweite Bohle der Plattform der Rechtfertigung. „Vielmehr nun, da wir jetzt durch Sein Blut gerechtfertigt sind, werden wir durch Ihn vom Zorn gerettet werden“ (Röm. 5:9). Immer noch ist es aus Gottes Gnade, weil, „Er durch Gottes Gnade für jeden den Tod schmeckte“ (Hebr. 2:9). „Das Blut Jesu, Seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde (1. Joh. 1:7; siehe auch Hebr. 9:14, 15).

Das Alte Testament ist voll von Vorbildern, Schatten und Allegorien, welche zeigen, wie unsere Rechtfertigung vom Vater durch den Sohn ausgeht, so wie auch alle Dinge vom Vater durch den Sohn sind (1. Kor. 8:6). Als der Mensch das erste Mal seine Entfremdung von Gott bemerkte, versuchte er sich selbst mit Feigenblättern, die er zusammenheftete, zu bedecken. Dies repräsentiert des Menschen Anstrengungen, sich selbst durch seine Werke zu rechtfertigen. Gott konnte keineswegs Menschenwerke, als Basis der Rechtfertigung, als gut anerkennen, deshalb machte „Gott, der HERR, Adam und seiner Frau Leibröcke aus Fell und bekleidete sie“ (1. Mo. 3:21). So wurde Gottes Gnade gegenüber der straffällig gewordenen Menschenrasse offenbart, und auch die Notwendigkeit von Tod und Blutvergießen, um den Menschen zu bedecken, illustriert.

Die Rechtfertigung der Geistgezeugten durch eine gleiche Abdeckung, wird durch die Decke aus Ziegenhaar, Seehundhäuten [Dachsfellen] und rotgefärbten Widderfellen der Stiftshütte symbolisiert, sie alle wurden durch Blutvergießen gewonnen. [Die Decke aus Dachsfellen (Seehundhäuten), welche für die im Lager deutlich sichtbar war, versinnbildlicht die Christusklasse, wie sie die Welt sieht, d.h. unattraktiv und abstoßend, E. Band 4, 344 – Redakteur].

Ähnlich lehnte Gott es ab, Kains Opfer von Gemüse anzunehmen, welches er in seinem Garten angebaut hat (was die Anstrengungen des Menschen symbolisiert, sich selbst zu rechtfertigen, indem er Gott seine eigenen guten Werke opfert, ohne die Notwendigkeit des Lösegeldes und Vergießen des Blutes anzuerkennen), sondern nahm Abels Opfer an, weil es, um Harmonie und Gemeinschaft zwischen Menschen und Gott zu bewirken, die Notwendigkeit der Aufopferung eines Lebens und das Vergießen des Blutes illustrierte.

Das die Rechtfertigung des Menschen völlig von Gottes Gnade abhängig ist, welche durch den Tod Christi wirkt, wird auch durch Gottes Handlungsweise mit den Israeliten in der Wüste gezeigt. Die lebenserhaltende Manna z.B. war nicht menschengemacht sondern von Gott gegeben. Sie kam vom Himmel. Sie repräsentierte Christus, wie in Joh. 6 gezeigt, besonders im Vers 51: „Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist; wenn jemand von diesem Brot isst, wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt“. Das Leben der Welt wird ebenfalls ein wunderbares Resultat sein!

Auch erinnert ihr euch daran, wie Moses den Fels geschlagen hat und wie Gott Wasser hervorkommen ließ, um das Volk zu erhalten. Es wird gesagt, dass der Wasserstrom, der aus dem Felsen kam, den Israeliten auf ihrem Weg durch die Wüste folgte – oder besser, dass der Strom den Weg nahm, welchen die Israeliten während ihres 40 jährigen Aufenthalts nahmen, sie aufrechterhielt bis sie das verheißene Land erreicht hatten. Der heilige Paulus erklärt, dass dieser Felsen Christus repräsentiert (1. Kor. 10:4): „und alle denselben geistlichen Trank tranken; denn sie tranken [sinnbildlich] aus einem geistlichen Felsen, der [sie] begleitete (Randbemerkung: mit ihnen ging). Der Fels aber war der Christus“.

Ohne Gottes Gnade, welche durch diesen Felsen wirkte (Christus repräsentierend), wären die Menschen in der Wüste umgekommen. Was für ein wunderbares Bild für die Notwendigkeit, dass Christus mit dem Tod geschlagen wird (Jes. 53:4), damit der Menschheit die Wasser des Lebens dargeboten werden können! Moses schlug den Felsen zweimal und symbolisiert damit die Klasse, welche freiwillig sündigt, die den Sohn des Menschen wieder kreuzigen (Hebr. 6:6), die Kreuzigung Christi ein zweites Mal erforderlich machen, wenn sie gerettet werden sollten. Da „Christus nicht mehr stirbt“ (Röm. 6:9), „bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig“ (Hebr. 10:26), deshalb ist der willige Sünder nicht durch Gnade bedeckt und muss sterben, er verliert seinen Teil am verheißenen Land, die ewige Ruhe – gewissermaßen durch Moses Tod, auf der einsamen Berghöhe Nebo gezeigt, in Sichtweite des verheißenen Landes, welches er jedoch wegen seiner Sünde gegen Gott nie erreichen würde. Was für eine hilfreiche Lektion lehrt uns Moses so! Wie vorsichtig (umschauend) sollten wir wandeln!

Bevor wir weitergehen, sollten wir noch ein Bild, welches unsere Rechtfertigung durch Christi Blut beschreibt, beachten. In 4. Mo. 21 lesen wir von den feurigen Schlangen, welche Sünde repräsentieren: „der Stachel des Todes ist Sünde“. Wie die Bisse dieser Schlangen verhängnisvoll waren, so hat der Stachel der Sünde der Menschheit Tod gebracht. Gott sprach zu Mose, dass er eine „feurige Schlange“ auf eine Stange tun sollte, dass jene, welche im Glauben auf die Schlange schauen, leben sollten.

Christus erklärte, dass diese Schlange Ihn repräsentiert und die Stange ein Symbol des Kreuzes war: „Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden“ (Joh. 3:14). Warum ließ nun Gott Mose nicht einen bronzenen Stier oder ein Lamm an die Stange befestigen, um Christus zu repräsentieren? Warum sollte er eine Schlange, das Symbol der Sünde benutzen, um einen Sündlosen zu repräsentieren? Wir glauben, dass Gott hier die große Wahrheit darstellte, dass „den, Der Sünde nicht kannte, hat Er für uns zur Sünde gemacht“ (2. Kor. 5:21).

Deshalb symbolisierte die Schlange Christus, der die Strafe des Sünders bezahlte, der Unschuldige litt für den Schuldigen. Warum aber war die Schlange aus Bronze (Kupfer)? Warum nicht aus Gold oder Silber? Wir glauben, es sollte gezeigt werden, dass das Lösegeld nicht göttlich, oder von den Engeln, sondern menschlich sein sollte, denn Kupfer ist, wie ihr wisst, ein Symbol der menschlichen Natur. Was für ein wunderbares Bild haben wir hier, von dem Blut des makellosen Erlösers, welches für die von der Sünde gebissenen Welt vergossen wurde, damit das Leben für sie wiederhergestellt werden konnte! Ah, ja, wir sind durch Sein Blut gerechtfertigt, ohne welches wir keine Hoffnung haben könnten.

3. Unseres Herrn Auferstehung

Dank Gott haben wir keinen toten Erlöser! „Der unserer Übertretungen wegen dahingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist“ (Röm. 4:25). Seine Auferstehung bildet die 3. Bohle auf unserer Plattform der Rechtfertigung. War es aber nicht genug, dass Christus für unsere Sünden als menschliches Wesen sterben sollte? Warum ist es notwendig, dass Er, eine neue Schöpfung, für unsere Rechtfertigung von den Toten auferstehen sollte?

Nimmt einmal zum Zwecke der Veranschaulichung an, dass einer meiner Freunde, in die Hände der mexikanischen Regierung gekommen ist. Ich setze mich für seine Freilassung ein und mir wird gesagt, dass mein Freund freigelassen würde, wenn ich der mexikanischen Regierung ein Lösegeld von eintausend Dollar zahlen kann. Ich gehe mit Picke und Spaten nach Colorado, um eine Tasche mit $1,000 auszugraben, welche ich aus Sicherheitsgründen hier in den Bergen vorher vergraben habe. Nach schwerer Arbeit habe ich die Tasche und freue mich sehr, dass ich endlich das Lösegeld für meinen Freund habe – da werde ich von einer Lawine überrascht und, von einem großen Felsblock getroffen, sofort getötet. In den folgenden Jahren wird mein Freund immer noch Gefangener in den Händen des Feindes sein, während sein Lösegeld, obwohl es für seine Freilassung besorgt wurde, sich immer noch, nicht angewendet und nutzlos in den Händen seines toten Erlösers befindet. Wie könnte auch so ein toter Erlöser Sein Lösegeld vor dem Thron der Gerechtigkeit für die Menschheit verwenden, das Gefängnis öffnen und den Menschen zur Vollkommenheit führen (voller Befreiung)? Er muss zu unserer Rechtfertigung auferstehen. „Daher kann Er die auch völlig erretten, die sich durch Ihn Gott nahen, weil Er immer lebt, um Sich für sie zu verwenden“ (Hebr. 7:25).

Dass Christus für unsere Rechtfertigung auferstanden ist, wird in den Einrichtungen der Stiftshütte gezeigt. Die Menschen wurden nicht sogleich gesegnet als der Stier getötet wurde. Der Hohe Priester musste hinter den zweiten Vorhang, das Blut auf den Gnadenstuhl sprengen und dann zur Segnung erscheinen. Das Blut des Stieres (das Verdienst von Jesu menschlichem Opfer repräsentierend) wurde nicht für die Menschen im Allgemeinen verwendet, sondern für das Haus Aarons (3. Mo. 16:11). Ähnlich wurde Christus für unsere Rechtfertigung auferweckt und erschien in der Gegenwart Gottes für uns.

Wir [die voraussichtliche Kleine Herde zu dieser Zeit – Redakteur] haben jetzt das Vorrecht des Opferns, wie es im Bock des Herrn gezeigt ist. Das Blut des Bockes wendete der Hohe Priester für das Volk an (3. Mo. 16:15), aber das Volk erhielt den Segen erst nachdem der Hohe Priester nach der Darbringung des Blutes hervorkam und sie segnete (3. Mo. 9:22, 23). So wurde auch Isaak, der Same Abrahams, vom Opferaltar gehoben, damit durch ihn und seinen Samen die Familien der Erde gesegnet werden können. Ähnlich wurde Joseph aus der Grube geholt, damit er sein eigenes Haus und das ganze Volk Ägyptens vom Tod errettet. So wurde auch Christus von Seinem Opferaltar und aus der Grube des Todes gehoben, damit Er alle Geschlechter der Erde segnen kann, nicht nur Seinen eigenen Haushalt, sondern alle Menschen der Welt, die sich jetzt in ägyptischer Finsternis befinden. Wie dankbar sind wir, dass Christus für unsere Rechtfertigung aus den Toten wieder erstanden ist!

4. Glauben

Wir haben schon gesehen, dass die gefallene Menschenrasse sich nicht durch Werke vor Gott rechtfertigen konnte. Deshalb sehen wir, wenn der Mensch vor Gott gerecht sein will, muss es durch Ausstrecken des Arms des Glaubens und dem Ergreifen der Vorkehrungen, die Gott selbst für uns ausgearbeitet hat, geschehen. „Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme“ (Eph. 2:8, 9). „Darum ist es aus Glauben, dass es nach Gnade gehe“ (Röm. 4:16). Lies das ganze 4. Kapitel in Römer und bemerke das Scheitern der eigenen Werke des Menschen und den wundervollen Triumph des Glaubens des Menschen an Gottes Werk für ihn. Die Schlussfolgerung sehen wir in Röm. 5:1: „Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus“. „Denn wir urteilen, dass der Mensch durch Glauben gerechtfertigt wird, ohne Gesetzeswerke“ (Röm. 3:28). „Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister auf Christus hin geworden, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden“ (Gal. 3:24).

Die Welt muss, um Restitution zu erhalten, Glauben ausüben, dennoch ist die Kirche durch Glauben in einem zusätzlichen Sinn gerechtfertigt, was wir nicht tatsächlich sondern zugerechnet oder als Restitution durch Glauben erhalten. Gottes Gnade kann durch Christi Blut und Auferstehung den Weg für unsere Rechtfertigung ermöglichen, wenn wir aber nicht an sie glauben, wie können wir vor Gott gerechtfertigt werden? Wir müssen auch unseren Teil tun, wir müssen Glauben an Gottes Vorkehrung zu unserer Erlösung ausüben.

Die Welt wird nicht so viel Glauben ausüben müssen wie die Kirche, denn die Gnade Gottes wird im nächsten Zeitalter, wenn sie die Restitution aller Willigen bewirken wird, völlig erkannt werden. Die Kirche muss aber ein großes Maß von Glauben ausüben, um eine angerechnete Position der Vollkommenheit vor Gott durch Christus zu erhalten, trotz der Tatsache, dass sie in Unvollkommenheit gesunken und nicht tatsächlich im Fleische wiederhergestellt ist und sich in einer Welt befindet, welche alles Positive beständig zurückweist und Gott in jeglicher Hinsicht widerstrebt. Unsere Wiederherstellung zur menschlichen Vollkommenheit wird uns durch Glauben zugerechnet (zu unseren Gunsten), so dass wir vollkommen vor Gott dastehen, nur wegen der uns angerechneten Vollkommenheit Christi, weil wir sie durch Glauben annehmen.

Von Schulen wird üblicherweise Mütze und Mantel beim Abschluss ihrer Schüler verwendet, ihnen so sagt man liegt eine gute Absicht zugrunde. Früher erkannten die reicheren Studenten, dass es den ärmeren Studenten peinlich war, dass sie sich keine neue Kleidung als Absolventen leisten konnten. So entschied man sich, dass alle Studenten, ungeachtet ob reich oder arm, zu diesem Zweck eine einfache, billige schwarze Mütze und Mantel tragen sollten. So ist es mit uns, einige sind nach dem Fleisch besser gestellt als andere, aber der Herr gab uns allen die gleiche Grundlage. Wir wurden alle mit dem gleichen Mantel Seiner Gerechtigkeit bekleidet oder bedeckt, allen wurde Vollkommenheit zugeschrieben. So wurde einigen die Peinlichkeit und anderen der Stolz erspart. Was für ein gesegneter Zustand!

Damit Glauben für Gott annehmbar ist, muss er 3 Eigenschaften haben, erstens Glauben oder Verstehen, zweitens Zuversicht oder Vertrauen des Herzens und drittens Aktivität und Willenskraft. Die erste entstammt dem Verstand, die zweite dem Herzen und die dritte dem Willen. So muss also im wahren Glauben Herz, Verstand und Willen Platz haben. Man kann sich unmöglich ohne Glauben Gott nähern, „Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Ihm wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass Er ist“ (Hebr. 11:6). Als erstes erlangen wir über etwas ein geistiges Verständnis oder einen Glauben, dann entwickeln wir Zuversicht oder Vertrauen des Herzens. Diese zwei Elemente des Glaubens befinden sich in der Definition des Glaubens vom Apostel: „Der Glaube aber ist eine Verwirklichung [buchstäblich das Verstehen] dessen, was man hofft, ein Überführt sein [Diaglott, Überzeugung] von Dingen, die man nicht sieht“ (Heb. 11:1).

Folglich haben wir hier das Verständnis, welches vom Verstand kommt und die Überzeugung, die aus dem Herzen kommt. Wenn wir hier aber aufhören würden, würden wir zu kurz kommen, und unser Glaube würde ein toter Glaube sein. Nimm z.B. den Hauptmann (Mt. 8:5), der zu Jesus kam und Ihn darum bat, seinen Diener zu heilen. Wenn ihm lediglich gesagt werden würde, dass Jesus heilen kann (somit das Verstehen besitzend) und er dann andere gesehen hätte, die geheilt wurden und dies bezeugen könnte (somit sicher und überzeugt davon wäre), würde sein Glauben immer noch tot sein, wenn er nicht stark genug wäre, ihn dazu zu bringen, sich aufzumachen und zu Jesus zu gehen. Er könnte sich mit seinem Glauben und seiner Überzeugung freuen, aber die Heilung konnte nur durch einen aktiven Glauben bewirkt werden. Nicht nur sein Verstand und Herz sondern auch sein Wille muss handeln, denn Glauben ohne Werke ist tot.

Ähnlich erleben heute viele Menschen eine Erneuerung, indem sie etwas Verstand der Gedanken und einige Wertschätzung des Herzens für den Herrn erlangen. Einige sind so veranlagt, dass sie springen und johlen, „Halleluja, ich bin gerettet“! Sie sind aber nicht mehr gerettet wie der Hauptmann, der in der Vorhalle tanzt. Sie müssen, wie er, herunter zu Jesus kommen. Wie viele, die sich selbst errettet sehen, haben sich dem Herrn in Weihung übergeben? Rechtfertigung ist nicht vor der Weihung vollendet, noch können wir das volle Maß der Rechtfertigung erhalten, bevor wir geweiht sind. Der Wille muss in Harmonie mit unserem Verstand und unserer Überzeugung handeln, sonst ist unser Glaube tot. Lasst uns nicht von denen sein, welche singen: „Ich glaube, ich liebe, ich singe, ich lobe und ich sitze und tue nichts.“ Unser Glauben muss wie der Samen des Senfkorns sein, der wächst. Kein Gestein kann es am Wachsen hindern, denn es wird um das Gestein herum wachsen. Pflanze einen toten Samen, was werdet ihr ernten? Nichts! So ist ein toter Glaube.

5. Werke

Wir haben bereits gesehen, dass Werke für den Glauben wesentlich sind. Wenn wir die Werke als fünfte Bohle der Grundlage unserer Rechtfertigung betrachten, müssen wir daran denken, dass der Mensch seine Rechtfertigung nicht durch Werke, sondern durch Gottes Werk für uns bewirken kann. Welche von unseren Werken können nun die Grundlage der Rechtfertigung bilden? Nur Werke, welche übereinstimmen mit und resultieren aus unserem Glauben an das große Werk, welches Gott für uns vollführt. Nicht, dass unsere Werke selbst irgendeinen Vorteil bringen, wodurch Gott auch im geringsten Maße uns gegenüber Schuldner werden würde, sondern lediglich unseren wahren Glauben bezeugen würden, wie wir bereits gezeigt haben. Sie dienen nur als Indizien, sind aber für unsere Rechtfertigung wesentlich, denn ohne Werke würde unser Glauben tot sein und unsere Rechtfertigung aus Glauben würde nie vollbracht werden. Wir freuen uns darüber, dass wir nicht nach unseren unvollkommenen Werken beurteilt werden, sondern gemäß unserem Glauben, von welchem unsere Werke bestätigende Zeugnisse sind und die Ehrlichkeit unseres Glaubens untermauern.

Der heilige Jakobus drückt genau diesen Gedanken aus: „Ihr seht also, dass ein Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht aus Glauben allein“ (Jak. 2:24). Der heilige Paulus unterstreicht die Tatsache, dass die Werke eines Menschen ihn nie retten können, wir aber durch Glauben an Gottes Werk für uns gerettet sind. Damit stimmt der heilige Jakobus völlig überein, fügt nur noch hinzu, dass „der Glaube ohne Werke tot“ sei (Jak. 2:20, 26). Daraus würden wir es so und nur so formulieren, dass die Werke des Menschen einen Teil dieser Grundlage der Rechtfertigung bilden, insofern sie Zeuge seines Glaubens an Gottes Werke sind. Der heilige Jakobus beschreibt: „Was nützt es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, hat aber keine Werke? Kann etwa der Glaube (ohne Werke) ihn erretten? Wenn aber ein Bruder oder eine Schwester dürftig gekleidet ist und der täglichen Nahrung entbehrt, aber jemand unter euch spricht zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch! ihr gebt ihnen aber nicht das für den Leib Notwendige, was nützt es“ (Jak. 2:14-16).

„So ist auch der Glaube, wenn er keine Werke hat, in sich selbst tot. Es wird aber jemand sagen: Du hast Glauben, und ich habe Werke. Zeige mir deinen Glauben ohne Werke [was unmöglich ist], und ich werde dir aus meinen Werken den Glauben zeigen [was vorzuziehen ist]! Du glaubst, dass nur einer Gott ist? Du tust recht; auch die Dämonen glauben und zittern [beide Fälle zeigen, dass Glauben nicht nur aus Erwartung sondern auch aus Werken bestehen sollte] … Ist nicht Abraham, unser Vater, aus Werken gerechtfertigt worden, da er Isaak, seinen Sohn, auf den Opferaltar legte?“ (Jak. 2:17-21).

Der heilige Paulus sagte: „Denn wenn Abraham aus Werken gerechtfertigt worden ist, so hat er etwas zum Rühmen, aber nicht vor Gott. Denn was sagt die Schrift? Abraham aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet“ (Röm. 4:2, 3). Der heilige Paulus widerspricht hier nicht dem Gedanken, dass Glaube durch Werke bezeugt werden muss, zeigt aber, dass allein Menschen Werke vor Gott nicht rechtfertigen können, dass es Glauben an Gottes Werk zugunsten des Menschen sein muss.

Der heilige Jakobus zeigt aus dem Folgenden, dass es aus Glauben sein muss (Verse 22, 23): „Du siehst, dass der Glaube mit seinen Werken zusammenwirkte und der Glaube aus den Werken vollendet wurde [gewiss können wir das sehen]. Und die Schrift wurde erfüllt, welche sagt: ‘Abraham aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet‘„. Hier sehen wir den heiligen Jakobus die gleiche Schriftstelle zitieren wie der heilige Paulus. Beide sind in perfekter Harmonie. Soweit es uns betrifft, ist Glaube das Wichtigste, muss aber von Werken begleitet werden, die unseren Glauben als ehrlich und gültig erweisen.

RECHTFERTIGUNG EIN SPRUNGBRETT ZUR WEIHUNG

Wir schließen daher, dass ein angemessener Glaube an Gottes Vorkehrungen für uns sich nicht mit einem geringen Maß der Rechtfertigung zufrieden geben wird, sondern aktiv auf die volle Erreichung der Rechtfertigung und Weihung ausgerichtet sein wird. Eine Stufe der Rechtfertigung zu erreichen, und sie dann nicht für den beabsichtigten Zweck der Weihung zu benutzen, würde bedeuten, die Gnade Gottes umsonst zu erhalten (2. Kor. 6:1). Jene, die zur jetzigen Zeit einen Grad der Rechtfertigung aus Glauben erhielten und nicht weiter in Weihung und Rechtfertigung in ihrer vollen Bedeutung schreiten, müssen ihren Grad der Rechtfertigung aus Glauben verlieren (oder die angerechnete Wiederherstellung), damit sie tatsächliche Wiederherstellung mit dem Rest der Welt erhalten – denn da sie nie völlig geweiht waren, sind sie immer noch Teil der Welt, und haben die jetzige Gnade Gottes umsonst erhalten.

Glaube beinhaltet Werke oder eine völlige Rechtfertigung, beinhaltet eine völlige Weihung oder Aufopferung bis in den Tod des menschlichen Lebens, was man folgendermaßen veranschaulichen kann. Ein kleiner Fisch lebt in den tiefen Klüften des Ozeans. Ihm wird die wundervolle Verheißung gegeben, ein Vogel zu werden, am höheren Leben und an den Freiheiten des Äthers teilzunehmen. Als erster erhält er die Information, dann erhält er die Vergewisserung des Herzens, dass die Verheißung gewiss ist. Was wird der Fisch tun? Wird er die Verheißung annehmen? Jetzt hängt es ganz von seinem Willen ab, es zu tun oder es nicht zu tun. Letztendlich antwortet er halbherzig: „o.k. ich bin bereit, ich möchte ein Vogel sein“ (Ich möchte ein Engel sein, und sich mit ihnen vertragen). Es kommt die Antwort: „sehr gut, das Erste was du jetzt und für immer tun musst, ist dein Vorrecht ein Fisch zu sein, zu opfern“.

„Oh“, sagt der Fisch, „das kann ich nie tun! Ich kann nicht mich selbst verleugnen! Denke an alle meine Freunde, die Fische! Wie kann ich sie verlassen? Sobald sie mitbekommen, dass ich hoffe ein Vogel zu werden, werden mich alle für verrückt erklären und fortschwimmen. Dann werde ich mich außerhalb des Wassers nicht wohl fühlen. Schließlich denke ich, dass ich doch kein Vogel werden möchte“. Ihr seht, dass dieser Fisch seine Gnade oder Gunst umsonst erhalten hat und alles Erhaltene verloren hat, sogar die Hoffnungen, je ein Vogel zu werden. Nun liebe Freunde, wir können nicht beides zugleich, ein Vogel in der Luft und ein Fisch im Wasser sein, nicht wahr [dies bezieht er auf die Geistgezeugten – Redakteur]? Habt ihr euer irdisches Leben vollkommen niedergelegt, einschließlich eures natürlichen Anteils an der Wiederherstellung mit der Welt? Habt ihr diesen Bund durch das Opfer mit Gott gemacht, habt ihr es geweiht? Wenn nicht seid ihr nicht gänzlich zum Leben geweiht, seid nicht geistgezeugt und könnt nicht geistgeboren werden, wenn ihr nicht diesen Schritt unternehmt. Glauben ohne Werke ist tot!

Wiederum: Der Herr erscheint uns mit einer doppelten Hand voll wertvoller Edelsteine. Wenn wir die wunderbaren Smaragde, Saphire, Rubine, Granate und Diamanten, wie sie im Sonnenlicht herrlich glitzern, bewundern, fragen wir uns, was der Herr mit diesen kostbaren Edelsteinen tun wird. Uns wird gesagt, dass Er sie gewissen Menschen schenken möchte. Wir fragen uns, wen der Herr sie geben wird. Wenn wir dann an Präsident Wilson, Hughes, Bryan, Edison zusammen mit anderen, die in der Welt geschätzt und gewürdigt werden, denken, wird uns gesagt, dass nicht viele der reichen, guten und weisen dieser Welt, so begünstigt sind, sondern meistens Arme, die Glauben besitzen. Wenn wir darüber nachdenken, wer dies sein könnte, wird uns gesagt, dass wir dabei sein können, wenn wir das nötige Maß Glauben ausüben. Wenn es nicht der Herr selbst wäre, der es uns versichert, könnten wir nicht daran glauben, dass wir so begünstigt werden. Zuerst ist das Verstehen der Angelegenheit und dann, sich vom selben überzeugt fühlend, wird unser Wille gefordert.

WIR SOLLTEN NACH DEN HIMMLISCHEN SEGNUNGEN AUSSCHAU HALTEN

Werden wir annehmen? Wir antworten, „Ja Herr“, und strecken schnell unsere Hände nach den kostbaren himmlischen Segnungen aus. Der Herr will sie uns aber nicht geben. Warum? Hat Er es sich anders überlegt? Oh, nein! Weil in unseren Händen Ton ist und wenn Er die wertvollen Edelsteine in unsere Hände geben würde, die ja voll sind, würden die Edelsteine alle runterrollen und wir würden nicht einen behalten. Was müssen wir machen? Wir müssen zuerst den Ton entfernen, wenn wir die Edelsteine halten wollen. Wir müssen die menschliche Natur aufgeben, wenn wir die geistige Natur erhalten sollen. Dann berechnen wir die Kosten. Einige sind so begeistert von den wunderbaren Edelsteinen, dass sie alles über den Ton vergessen, lassen ihn schnell fallen, als unwürdig mit dem verglichen zu werden, was der Herr anbietet. Dann strecken sie in tiefer Würdigung des Herrn und Seiner kostbaren Geschenke, ihre Hände aus.

Andere, welche auf den Ton in ihren Händen schauen, vergessen ihre Neigungen auf die Dinge droben zu richten, und sagen, „muss ich diesen Ton aufgeben? Es ist gute Erde, zu schade zum Wegwerfen. Diese Erde (Wiederherstellung) wird bald tatsächlich vollkommen gemacht, und bedenke was es für eine gute Ernte geben wird! Ich kann es nicht aufgeben!“ Liebe Freunde, habt ihr den Ton niedergelegt, um die Edelsteine zu erhalten? Habt ihr das menschliche Leben völlig aufgegeben und schaut ihr nach dem göttlichen Leben aus [nach der zukünftigen Kleinen Herde – Redakteur]? Wenn ihr nicht geweiht seid, dann seid ihr nicht im vollsten Sinne gerechtfertigt und wenn ihr euch nicht weiht, bevor es zu spät ist, werdet ihr das Maß der Rechtfertigung aus dem Glauben verlieren, welches ihr gerade besitzt. Wenn euer Glaube nicht aktiv ist und die dementsprechenden Werke nicht hervorbringt, ist er tot. In diesem Sinn bilden Werke die fünfte Bohle auf der Plattform und sind zur Rechtfertigung erforderlich.

Derjenige, der versucht, durch Glauben ohne Werke gerechtfertigt zu werden, ist halsstarrig, er ist gleich einem Ochsen, der seinen Kopf nicht unter das Joch, welches ihn sein Herr gibt, beugen will. Ein guter Mensch sah einen armen Ochsen unter einer schweren Last leiden. Das schlecht gemachte und schlecht sitzende Joch scheuerte seinen blutenden Nacken und seine grausamen Zuchtmeister schlugen ihn unbarmherzig. Er kaufte diesen Ochsen und gab ihm einen behaglichen Stall mit ausreichend gutem Futter und guter Behandlung. Der Ochse war hoch erfreut über seinen guten Herrn und der freundlichen Behandlung. Er fühlt sich wieder wie ein wahrer Ochse und findet das Leben lebenswert. Nehmt einmal an, eines Tages nimmt sein Herr ihn raus, gibt ihm eine leichte Last und ein sehr leichtes Joch, er will aber seinen Kopf nicht unter das Joch beugen, er will seinen guten Meister nicht dienen, der so viel für ihn getan hat. Er ist halsstarrig.

Viele Menschen, liebe Freunde, sind gleich dem Ochsen halsstarrig. Freudig nehmen sie jede Segnung, welche der Herr anbietet, schätzen aber den Herrn und Seine Liebe nicht genug, um Ihn zu dienen, sich Ihm zu weihen. Wie können sie vor Ihm gerechtfertigt sein? Unser Mantel der Gerechtigkeit bleibt nur auf der Grundlage der Weihung unserer. Dieser Brustpanzer der Gerechtigkeit beinhaltet beides, Rechtfertigung und Weihung, deshalb nennt ihn der Apostel den „Brustpanzer des Glaubens und der Liebe“ (1. Thess. 5:8). Wir sind durch Glauben gerechtfertigt und unsere Liebe drängt uns zur Weihung, so sind beide in unserem Brustpanzer der Gerechtigkeit repräsentiert, für unsere Rechtfertigung sind beide wesentlich, Glauben und Werke.

Aus der Schrift sehen wir nun, dass die Plattform aus fünf Bohlen besteht, welche Basis oder Grundlage unserer Rechtfertigung sind. Wie wunderbar auch, dass die erste ausschließlich Gott gehört, die zweite und dritte insbesondere Jesus Christus und die vierte und fünfte uns gehört. Wir sind gerechtfertigt durch Gottes Gnade, durch Jesu Blut und Auferstehung und durch unseren Glauben und unsere Taten es anzunehmen. Wie wundervoll! Jeder von uns hat Teil daran! Ohne Zweifel erfüllt Gott Seinen Teil treu und wir sind sicher, Christus hat Seinen Teil erfüllt. Somit liegt deine und meine Angelegenheit bei uns.

Lasst uns, Geliebte, unseren Teil erfüllen, dass unsere Rechtfertigung zum Leben komplett sein möge, und wenn wir dann unser gerechtfertigtes menschliches Leben im Opfer niedergelegt haben, lasst uns als Neue Schöpfungen in Christus andauernde Freude haben, dass sein Mantel immer noch die Unvollkommenheit unseres Fleisches deckt, wenn wir dem herrlichen Erbe der Heiligen im Licht ernsthaft nachjagen.

[Br. Russell veranschaulicht diese allgemeine Wirkungsweise der Rechtfertigung aus Gnaden, durch das Blut und durch unseren Glauben, und das Verhältnis der Werke dazu (in Band 6, Seiten 109-110):

„Betrachte die elektrische Straßenbahn. Das Kraftwerk entspricht in etwa der Quelle unserer Rechtfertigung – der Gnade Gottes. Die Stromleitung entspricht, allerdings nur sehr unvollkommen unseren Herrn Jesus, der des Vaters Mittler unserer Rechtfertigung ist. Der Wagen ist zu vergleichen mit den Gläubigen und der Stromabnehmer repräsentiert den auszuübenden Glauben, welcher an der Stromleitung anliegen muss.

(1) Alles hängt vom elektrischen Strom ab. (2) Der Strom gelangt nur zu dem Wagen durch die Stromleitung. (3) Ohne den Arm des Glaubens, der sich nach dem Herrn Jesus, dem Kanal unserer Rechtfertigung, ausstreckt und ihn festhält, können wir keinen Segen empfangen. (4) Der durch das Festhalten am Herrn Jesus empfangene Segen entspricht der Erleuchtung des Wagens durch den elektrischen Strom; sie beweist, dass er vorhanden ist und benutzt werden kann. (5) Der Straßenbahnfahrer und sein Fahrschalter entsprechen dem menschlichen Willen und (6) der Motor selbst unseren Fähigkeiten, die der Kraft, die aus dem Glauben kommt, zur Verfügung stehen.

Diese Teile müssen, um Fortschritte zu machen, zusammenwirken, wenn wir den uns verordneten Lauf vollenden und schließlich am Ziel angelangen sollen, das in diesem Bilde unseren Platz als Neue Schöpfungen in unseres Vaters Hause mit Seinen vielen Wohnungen, oder Bedingungen für die vielen Söhne verschiedener Naturen, darstellt.]

Bei der Betrachtung der Rechtfertigung aus dem Glauben zeigte Bruder Jolly, dass es Glauben an Gottes Werk sei und nicht Glauben an irgendeine törichte Tradition oder Theorie von Menschen, welche uns rechtfertigt. Er sprach über die Absurdität von vielem, was Glauben genannt wird, und zeigte dies anhand des nachfolgenden Gedichts.

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