Das Wiedersammeln Israels
  Plan der Zeitalter
  Kontakt
  Redaktion
  FAQs
  Impressum
  Tägliche Manna
  Die Grundlage unserer Rechtfertigung
  Abrahams Glaube - Vorbild und Gegenbild
  Welche Bedeutung hat das alles?
  Dreieinigkeit
  Göttliche Gunst
  Unglücke
  Hölle-was ist das?
  Hast Du Jesu Geist?
  Das Wiedersammeln Israels
  Der Lösegeld-Preis
  Restitution
  Die neue Erde
  Die Auferstehung der Toten
  Ein neues Zeitalter kommt
  Die Zeit der Wiederkunft unseres Herrn
  Passendes tägliches Leben des Christen
  Glaube
  Selbstbeherrschung
  Geduld
  Frömmigkeit
  Brüderliche Liebe
  Wachstum der Reben
  Herausgeber
  2017-2014
  2011-2009
  2008-2006
  2005-2003
  2002-2000
  1999-1997
  1996-1994
  Die Bibelstandarte
  Israel
  Pastor Russell
  Der göttliche Plan der Zeitalter
  Mormonismus, "Zeugen Jehovas"
Druckversion
Das Wiedersammeln Israels

Eine der wunderbarsten und bedeutendsten Erfüllungen der Prophezeiung in unserer Zeit ist das Wiedersammeln Israels in sein Heimatland. Nach der Heiligen Schrift ist sie eines der Beweise, die ankündigen, daß die Aufrichtung des Königreiches Gottes mit seinen begleitenden Segnungen für die ganze Menschheit nahe herbeigekommen ist (siehe z.B. Jes. 2:2-4; Mi. 4:1-4; Lk. 21:29-31; Röm. 11:12, 15). Sowohl der Jude als auch der Heide warten auf die Aufrichtung dieses Königreiches und hoffen darauf (Dan. 2:35, 44; 7:13, 14, 18, 22, 27; Mt. 6:10). Daher sollte eine Beschreibung von bedeutenden, im Zusammenhang mit dem Wiedersammeln Israels in sein Heimatland stehenden Geschehnissen, wie sie hier erfolgt, für alle von tiefem Interesse sein.

ISRAEL NACH DEM UMSTURZ ZEDEKIAS

Wir nehmen den Faden der Geschichte Israels zu der Zeit (607 v.Chr.) auf, als Nebukadnezar, der König von Babylon, dem König Zedekia die Krone entriß, ihn und das Volk in die Gefangenschaft in Babylon führte, Jerusalem und den Tempel zerstörte und das Land verwüstete und somit die Worte der Propheten erfüllte (Hes. 21:25-27; Jer. 25:9-11; 2. Chr. 36:17-21). Die Prophezeiung lieferte auch die Länge der Verwüstung des Landes, d.h. siebzig Jahre, und dies wurde auch erfüllt. Cyrus, der König von Persien, eroberte Babylon. Und in seinem ersten Jahr, welches das Ende dieser siebzig Jahre markierte, machte er eine öffentliche Verkündigung, die nicht nur den Israeliten die Erlaubnis gab, ins Land zurückzukehren und Jerusalem wiederaufzubauen, sondern sie auch zu solchem Handeln begünstigte (2. Chr. 36:22, 23; Esr. 1). Demgemäß kehrten viele der Israeliten zurück, wie in den Büchern Esra und Nehemia ausgesagt wird. Obwohl Jerusalem damals wiederaufgebaut wurde, und die Gefangenen zurückkehrten, wurde Israel keine völlige Unabhängigkeit gewährt. Obwohl sie durch Cyrus in ihrem Land und zu persönlicher Freiheit wiederhergestellt wurden, waren sie als Nation nacheinander den Medo-Persern, Griechen und Römern untertan.

DIE PROPHEZEIUNG DANIELS VON 70 WOCHEN

Der Prophet Daniel hatte einen Zeitraum von 70 Wochen (Dan. 9:24-27) prophezeit, von denen sich 69 vom Ausgehen des Gebotes, Jerusalem wiederaufzubauen, bis zum Messias, des Fürsten, erstrecken sollten (V. 25). Nehmen wir den Schlüssel von einem Tag für ein Jahr (Hes. 4:6) so wären siebzig Wochen 490 symbolische Jahre, und 69 symbolische Wochen (483 Jahre) würden sich von der Beauftragung Nehemias (Neh. 2:3-8; 6:15; 7:1) im Jahre 454 v.Chr. bis zum Jahre 29 n.Chr. erstrecken, als Israels Messias, der Fürst, offenbart wurde. In der Mitte der 70. Woche sollte Israels Messias weggetan werden, aber nicht für sich selbst (V. 26). Und genau 3½ Jahre (eine Hälfte einer symbolischen Woche) nach dem Herbst 29 n.Chr., im Frühjahr 33 n.Chr., wurde Israels Messias gekreuzigt. Da die Juden ihren Messias verwarfen, ging die Periode ihrer besonderen Gunst als Nation im Jahre 33 n.Chr. zu Ende, obwohl die besondere Gunst für individuelle Juden bis zum Ende der 70. Woche (V. 27) 36 n.Chr. andauerte, als die Gunst zu den Heiden, deren erster Kornelius war, auszugehen begann(Apg. 10). Die Verwüstung der Stadt und des Heiligtums ist auch vorausgesagt (V. 26, 27). Dies wurde erfüllt, als der römische Fürst – Titus – und seine Armeen Jerusalem 70-73 n.Chr. zerstörten. Die großen Leiden der Juden zu dieser Zeit und ihre anschließende Zerstreuung unter alle Nationen sind in Lk. 21:20-24 vorausgesagt.
Ihre Zerstreuung in viele Länder während des Evangelium-Zeitalters ist in vielen anderen Prophezeiungen vorausgesagt, z.B. in Jes. 43:5, 6; Jer. 16:13-16; 23:7, 8; 29:14; 30:11; 32:37. Andere Schriftstellen sagen auch die Verwüstung ihres Landes und ihrer Städte voraus, z.B. 5. Mo. 29:22-24, 27; Jes. 17:4- 6; Jer. 4:20, 26-28; 12:4, 7, 10-13; 19:8; Am. 3:14; 5:3, 5; 7:8, 9; Mi. 1:6; Mt. 11:20-24.

DER WENDEPUNKT DER ZURÜCKKEHRENDEN GUNST

Auf dem Berliner Kongreß der Nationen im Juni 1878 erklärte das Europäische Konzert der Nationen unter der Führung Disraelis, einem Juden, der damals Premierminister von England war, zu einer Angelegenheit internationalen Rechts, daß den Juden, samt der Beseitigung ihrer beschwerlichen Benachteiligungen, das Recht zum Siedeln in Palästina gegeben werden sollte. Dort übernahm England ein allgemeines Protektorat über die asiatischen Provinzen der Türkei, zu denen auch Palästina gehörte. Die türkische Regierung änderte ihre Gesetze für Ausländer, wodurch sich die Bedingungen der Juden, die damals in Palästina ansässig waren, verbesserten. Dies öffnete auch teilweise die Tür für andere, um sich dort, mit dem Vorrecht Anteil an echtem Grundbesitz zu erhalten, niederzulassen. Vorher war der Jude nur ein Hund, um von seinem mohammedanischen Herrscher geschlagen, getreten und mißbraucht zu werden und dem die gewöhnlichsten Existenzrechte versagt wurden in diesem Land mit Erinnerungen an die Vergangenheit und Verheißungen bezüglich der Zukunft, die ihm heilig sind.Wir müssen uns jedoch daran erinnern, daß das Jahr 1878 nur der Wendepunkt der Rückkehr der Gunst zum fleischlichen Israel war. Sein erneuter Aufstieg zu Gunst und seine Rückkehr zum Land sollte allmählich stattfinden, genau wie sein Fallen allmählich erfolgte.

JEREMIA 16:14-16 UNTERSUCHT

Da Jer. 16:14-16 eine der deutlichsten Schriftstellen ist, die das Wiedersammeln Israels ins Heilige Land beschreibt, werden wir sie in diesem Zusammenhang untersuchen. Wir zitieren: „Darum siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da wird man nicht mehr sagen: So wahr der HERR lebt, der die Söhne Israel aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat! sondern: so wahr der HERR lebt, der die Söhne Israel aus dem Land des Nordens heraufgeführt hat und aus all den Ländern, wohin er sie vertrieben hatte! Und ich werde sie in ihr Land zurückbringen, das ich ihren Vätern gegeben habe. Siehe, ich will zu vielen Fischern senden, spricht der HERR, die sollen sie fischen. Und danach will ich zu vielen Jägern senden, die sollen sie jagen von jedem Berg und von jedem Hügel und aus den Felsenklüften.“ Das „Land des Nordens“ ist Rußland, wo bis vor kurzem die Hälfte der hebräischen Nation ansässig war, und „alle Länder“ bezieht sich auf alle anderen Länder, besonders auf die in Europa, wie Polen, Deutschland, Rumänien, Ungarn usw., wohin die Israeliten während des Evangelium-Zeitalters zerstreut wurden. Gott verheißt hier, sie von diesen Orten in ihr eigenes Land zurückzubringen.

„DIE FISCHER“

Seit 1878 hat Gott im Einklang mit Seiner Verheißung in Jer. 16:16 „Fischer“ mit dem attraktiven Köder des Zionismus gesandt, um die Israeliten als symbolischen Fisch nach Palästina zu ziehen. Diese Fischer bestanden teilweise aus jenen Staatsmännern, die Israel bei der Rückkehr politisch beistanden; teilweise aus jenen israelitischen Agitatoren, die ihre verfolgten Brüder dazu erweckten, nach Palästina zu gehen; und teilweise aus jenen geistlichen Israeliten (Christen), die den biblischen Zionismus verkündigten. Im Jahre 1882 begann Leo Pinsker, der Vorläufer von Dr. Theodor Herzl, ermutigt durch die Aussichten, die durch den Berliner Kongreß der Nationen eröffnet wurden, das zu predigen, was tatsächlich der Trost aus Jes. 40:1, 2 war. Viele prominente Israeliten wie Lilienblum, Levanda, Ruelf usw. schlossen sich ihm in einer weltweiten Verkündigung dieser Botschaft des Trostes an. Im Jahre 1896 veröffentlichte Dr. Theodor Herzl seine Schrift „Der Judenstaat“, das die Form der Agitation erweckte, die Zionismus im engen Sinne dieses Wortes genannt wird. Alle Juden haben diesen Trost seit dem Frühjahr 1878 in immer zunehmenden Maße erhalten.

„DIE JÄGER“

Jer. 16:16 erwähnt auch die „Jäger“, die die Juden von jedem Berg (Reich), von jedem Hügel (die weniger hohen, weniger autokratischen Regierungen, das sind die Republiken oder beschränkte Monarchien) und aus den Felsenhöhlen (die verborgenen Verstecke unter den Bollwerken der menschlichen Gesellschaft, wo sie während ihrer Zerstreuung Schutz fanden) jagen würden. Ein Jäger jagt mit der Absicht zu töten. Die „Jäger“ beziehen sich hier auf die Verfolger und Schänder Israels. Im Jahre 1878 entstanden heftige Verfolgungen in Rumänien und Galizien, und besonders in Rußland, das 1881 die Mai-Gesetze verabschiedete. Infolgedessen wurden Juden unmenschlich aus ihren Häusern in Rußland, Polen, Rumänien und Galizien gerissen. In den folgenden Jahren wurden Tausende von Juden verfolgt, viele wurden unbarmherzig niedergemetzelt, andere wurden gezwungen, um ihr Leben zu fliehen. Das Kischnew- Massaker von 1903, bei dem über 500 Juden kaltblütig niedergemetzelt wurden, war eine von vielen dunklen Taten der Jäger, die Israel dazu trieben, Zuflucht in anderen Ländern, unter anderem in Palästina, zu suchen. Jüdische Männer, Frauen und Kinder wurden zu Tausenden mit Bajonetten zum Marsch gezwungen, um russischen Soldaten als menschliche Schutzschilde zu dienen, die in der ersten Phase des Weltkrieges (1914-1918), gegen den Feind marschierten. Die Heere einiger anderer Länder waren genauso unbarmherzig, und in Polen wurden Tausende von Juden in Pogromen verbrannt. Das Benutzen jüdischer Kinder und Erwachsener zur Vivisektion, ihre Sterilisation und verschiedene unaussprechbare Greueltaten und die Ermordung von Millionen von Juden, besonders durch Hitler und seine Komplizen, während der zweiten Phase des Weltkrieges (1939-1945), veranlaßte viele zur Flucht. Einige fanden ihren Weg nach Palästina zurück. So hat Gott den Zorn des Menschen dazu benutzt, Ihn zu preisen (Ps. 76:10).

DAS WIEDERGESAMMELTE ISRAEL SCHLIESST ALLE 12 STÄMME EIN

Beim Versprechen, die Kinder Israels wiederzusammeln, bezog sich Gott nicht nur auf die zehn Stämme (manchmal Israel, Ephraim usw. genannt) im Unterschied zu den zwei Stämmen (im allgemeinen mit Juda bezeichnet), sondern vielmehr auf alle zwölf Stämme, denn alle zwölf Stämme waren in „den verlorenen Schafen des Hauses Israel“ dargestellt (Mt. 10:6), welches Haus im Jahre 33 n.Chr. verworfen wurde. In Jes. 11:11, 12 wird deutlich angezeigt, daß alle zwölf Stämme gemeint sind, da sowohl die zehn Stämme als Israel als auch die zwei Stämme als Juda einzeln aufgeführt werden: „Und es wird geschehen an jenem Tage, da wird der Herr noch zum zweiten Male [genau wie Er beim ersten Male handelte, am Ende der babylonischen Gefangenschaft] seine Hand ausstrecken, um den Überrest seines Volkes, der übrigbleiben wird, loszukaufen . . . Und er wird den Nationen ein Panier erheben und die Vertriebenen Israels zusammenbringen, und die Zerstreuten Judas wird er sammeln von den vier Enden der Erde [all dieses geschieht seit 1878, geschah jedoch niemals zuvor, denn vor ihrer Zerstreuung im Evangelium- Zeitalter waren die zwölf Stämme nie an die vier Enden der Erde verstreut].“
Auch in Hes. 36:22, 24 bezieht sich Gott unter dem Namen Israel auf alle zwölf Stämme, wenn Er sagt: „Darum sprich zum Hause Israel: . . . Ich werde euch aus den Nationen holen und euch sammeln aus allen Ländern und euch in euer Land [Palästina, ihr verheißenes Land] bringen.“ Dieses Wiedersammeln sollte dem vollen Ende der heidnischen Nationen, in die sie Gott zerstreut hat (Jer. 30:10, 11; 46:27, 28), vorausgehen und sollte von jedem Teil der Erde erfolgen, damit „sie zu einer Nation . . . im Lande, auf den Bergen Israels“ gemacht werden, „und sie sollen nicht mehr zu zwei Nationen werden, und sollen sich fortan nicht mehr in zwei Königreiche teilen. Und sie werden wohnen in dem Lande . . . bis in Ewigkeit“ (Hes. 37: 21, 22, 25).

DR. THEODOR HERZLS WERK

In den 1890er Jahren, als Dr. Herzl (besonders in seinem Buch Der Judenstaat) Palästina als ein freies Heimatland für die verfolgten Juden vorstellte, waren sich wenige unter ihnen bewußt oder wagten gar zu hoffen, daß es wahrhaftig eine vollendete Tatsache innerhalb dieser Generation werden würde. Sie trauerten um Zion und warteten; sie wußten im allgemeinen nicht, daß Gottes festgesetzte „Zeit, es zu begnadigen“ (Ps. 102:13) wirklich gekommen war. Außer in wenigen Fällen nahmen sie nicht wahr, daß ihre bestimmte Zeit vollendet war (Jes. 40:2), daß ihr „Doppeltes“ erfüllt war, und daß die Gunst Gottes allmählich nach Israel zurückkehrte; weder erahnten sie die Bedeutung der „sieben Zeiten“ der Züchtigung (3. Mo. 26:18, 21, 24, 28), noch daß dieser Zeitraum der heidnischen Vorherrschaft, die „Zeiten der Nationen“ (Lk. 21:24), ungefähr abgelaufen sei. Nichtsdestoweniger begannen Dr. Herzl und seine Mitarbeiter – niemand wußte genau warum – hektisch an den jüdischen Stolz zu appellieren, Gottes auserwähltem Volk, „Israel nach dem Fleisch“, Patriotismus einfließen zu lassen, zionistische Gesellschaften in verschiedenen Ländern zu gründen und alle Juden für mögliche große bevorstehende Entwicklungen auszubilden und zu begeistern. Der erste internationale Zionistenkongreß fand 1897 in Basel, in der Schweiz statt. Im Jahre 1900 begann dieser politische Zionismus viele zur Rückkehr nach Palästina zu beeinflussen. Dr. Herzl setzte die Förderung der Sache des Zionismus bis zu seinem Tod im Jahre 1904 aktiv fort, der für die zionistische Bewegung wie ein betäubender Schlag kam. Danach wurde ihr Fortschritt für einige Zeit unbeständig. Im Jahre 1909 sahen ihn ihre Führer auf des Messers Schneide stehen und hatten die offene Befürchtung, sie würde zunichte gehen.

NEUE ERMUTIGUNG GEGEBEN

Der Zionismus konnte jedoch nicht fehlschlagen, denn er hatte und hat immer noch die Unterstützung des allmächtigen Gottes. Pastor Charles T. Russell, ein nichtjüdischer Freund des jüdischen Volkes und gründlicher Student der hebräischen Prophezeiungen, wurde gebraucht, um die ermattende zionistische Bewegung wachzurütteln. Schon 1889, bevor selbst die jüdische Welt viel von Herzl und dem Zionismus gehört hatte, veröffentlichte Pastor Russell sein Buch „Die Zeit ist herbeigekommen“, in dem er die Prophezeiungen darlegte, die deutlich zu erkennen gaben, daß das Jahr 1914 das Ende der „sieben Zeiten“ oder der „Zeiten der Heiden“ und einen bedeutenden Umschwung auch für Gottes auserwähltes Volk Israel kennzeichnen würde. In seinem Buch „Dein Königreich komme“ (veröffentlicht 1891) nahm er ein langes Kapitel über „Die Wiederherstellung Israels“ auf (beide Bücher sind noch immer erhältlich). Im Jahr 1910 veröffentlichte die Zeitschrift The Overland Mouthly eine Serie von 12 Artikeln aus der Feder Pastor Russells über „Gottes auserwähltes Volk“, die große Neugier und Interesse unter dem jüdischen Volk erweckte.

DAS TREFFEN IM HIPPODROM VON 1910

Im Jahre 1910, nachdem Pastor Russell aus Palästina zurückgekehrt war, wo er sich mit Dr. Levy von der zionistischen Bewegung befreundete und eine Ansprache an eine interessierte jüdische Zuhörerschaft in Jerusalem hielt, luden ihn einige amerikanische Zionisten, hauptsächlich auf Empfehlung Dr. Levy‘s, ein, eine Ansprache an eine jüdische Massenversammlung im New Yorker Hippodrom zu halten. Wir zitieren hier ihr Einladungsschreiben an ihn:
„New York, den 20. September 1910 „Pastor C. T. Russell, Brooklyn, N.Y.
„Sehr geehrter Herr: Ihr, seit mehreren Jahren, sympathisches Interesse am jüdischen Volk ist unserer Beachtung nicht entgangen. Ihre Verurteilung der Grausamkeiten, die gegen unser Volk im Namen der Christenheit begangen worden sind, hat unsere Überzeugung darin gestärkt, daß Sie ein aufrichtiger Freund sind. Ihr Vortrag über ‚Jerusalem und die jüdischen Hoffnungen‘ traf eine ansprechende Saite in den Herzen so vieler unseres Volkes. Dennoch zweifelten wir eine Zeitlang, ob irgendein christlicher Prediger wirklich an einem Juden als Juden interessiert sein könne, und nicht bloß wegen der Hoffnung, ihn zu bekehren. Aus diesem Gefühl heraus haben einige von uns Sie gebeten, eine öffentliche Stellungnahme hinsichtlich der Art Ihres Interesses an unserem Volk abzugeben, und wir wünschen, Sie wissen zu lassen, daß die Stellungnahme, die sie gemacht haben, sehr zufriedenstellend gewesen ist. In ihr versicherten Sie uns, daß Sie Juden nicht dazu auffordern, Christen zu werden und sich irgendeiner protestantischen oder katholischen Sekte oder Partei anzuschließen. Diese Erklärung, Pastor Russell, ist in den jüdischen Zeitungen weit verbreitet worden. Wir fühlen deshalb, daß wir uns als Volk vor Ihnen nicht zu fürchten brauchen. Ganz im Gegenteil, in Ihrer Erklärung erwähnten Sie, daß die Grundlage für Ihr Interesse an unserem Volk Ihr Glaube an die Zeugnisse unseres Gesetzes und an die Botschaften unserer Propheten ist. Sie mögen es gut verstehen, wie überrascht wir sind, einen christlichen Prediger zu finden, der einräumt, daß es in der Bibel noch immer nicht erfüllte Prophezeiungen gibt, die dem Juden und nicht dem Christen gehören, und daß diese Prophezeiungen Ihren Studien zufolge einer Erfüllung entgegengehen, die von bedeutendem Interesse für unser jüdisches Volk und durch uns als Volk für die Nationen der Welt ist.
„Diese Dinge, Pastor Russell, haben zur Bildung eines jüdischen Massenversammlungs-Komitees geführt, welches Sie durch diesen Brief ersucht, einen öffentlichen Vortrag, besonders für unser Volk, zu halten. Wenn Sie diese Einladung gütigst annehmen, würden Sie uns gestatten ein Thema für Ihre Ansprache vorzuschlagen, das, wie wir glauben, für die Öffentlichkeit und besonders für die Juden sehr interessant sein würde, nämlich: ‚Der Zionismus in der Prophezeiung‘?
„Für die Zusammenkunft schlagen wir Sonntag, den 09. Oktober, 15.00 Uhr vor. Wir haben für diese Zeit die Möglichkeit gesichert, das Hippodrom, New Yorks größten und vornehmsten Vortragssaal, zu benutzen, und wir hoffen, daß dieses Datum und der Ort für Sie annehmbar sind. Wir versichern Ihnen auch eine große Anzahl tief interessierter Hebräer, überdies mag jeder der allgemeinen Öffentlichkeit kommen.
„In dem Vertrauen, bald von Ihnen zu hören, unterschreiben wir höchstselbst,
Hochachtungsvoll Ihr
JÜDISCHES MASSENVERSAMMLUNGS-KOMITEE"

EINE SEHR UNGEWÖHNLICHE ZUSAMMENKUNFT

Mehr als 4.000 repräsentative Juden wohnten diesem Treffen im Hippodrom bei und hörten, was für sie sehr ungewöhnlich zu hören war – ein Heide wandte sich ihnen zu, noch dazu mit ihren eigenen hebräischen Prophezeiungen! In seinem Vortrag sprach Pastor Russell über die Wegnahme der Herrschaft von Zedekia, dem letzten aus dem Geschlecht Davids, der auf dem Thron von Gottes vorbildlichem Königreich saß, als Nebukadnezar, der König von Babylon, ihn stürzte und das Land verwüstete, und wie den heidnischen Regierungen, mit Babylon beginnend (Dan. 2), ein Machtlehen während der Zeitspanne verheißen wurde, in der Israel verworfen wurde. Diese sollte andauern, bis der Messias, „dem das Recht gehört“ (Hes. 21:30-32), kommen und Gottes Königreich auf der Erde aufrichten würde. Diese Zeitspanne der Herrschaft der Heiden wird in den Prophezeiungen als „sieben Zeiten“ bezeichnet, die – in Harmonie mit dem symbolischen Gebrauch an anderen Stellen in der Heiligen Schrift – als 7x360 oder 2520 Jahre repräsentierend verstanden werden soll. Sie begann mit dem Sturz Zedekias und reicht bis 1914, wenn das Lehen der Macht der heidnischen Regierungen an der Zeit ist, in einer Zeit der großen Trübsal zu Ende zu gehen, um so die Aufrichtung des Königreiches Gottes auf der Erde – mit Gottes auserwähltem Volk, Israel, als seinem Hauptrepräsentanten und Werkzeug unter den Menschen, durch den alle Nationen in Harmonie mit der Abraham gemachten Verheißung gesegnet werden (1. Mo. 22:16-18) – durch den Messias vorzubereiten.
Viele derjenigen, die am Anfang der Ansprache Pastor Russells schweigsam und mißtrauisch waren, brachen später in Beifall aus, als er sie im Licht ihrer Heiligen Schrift mit neuer Hoffnung inspirierte. Unter denjenigen, die ihn bei dieser Zusammenkunft im Hippodrom hörten, waren viele jüdische Rabbiner, Lehrer, Rechtsanwälte und Herausgeber, z.B. Dr. Jacobs vom American Hebrew; W. J. Solomon und J. Brodsky vom Hebrew Standard; Louis Lipsky vom Maccabean; A. B. Landau von der Wahrheit; J. Pfeffer vom Jewish Weekly; S. Diamont vom Jewish Spirit; J. Barrondess vom Jewish Big Stick; Mr. Goldman von H ‘Yom und Leo Wolfson, Präsident der rumänischen Gesellschaften.

EINE RELIGIÖSE ZIONISTISCHE BEWEGUNG BEGANN

Nach dieser Massenzusammenkunft im Hippodrom hielt Pastor Russell sowohl in Amerika als auch in Europa Ansprachen an zahlreiche andere jüdische Zuhörer zum selben Thema. Eine große Anzahl an Nachfragen nach seiner Literatur über den Zionismus begann hereinzuströmen. Im Ergebnis des weitverbreiteten Interesses veröffentlichte er eine besondere Zeitung, Die Stimme, in jiddischer Sprache. Auch seine wöchentlichen Predigten in über 2.000 Zeitungen erreichten 10 Millionen Leser jede Woche, einschließlich vieler Juden. So begannen er und seine Mitarbeiter, die erschlaffende zionistische Bewegung wachzurütteln, die bis zu jener Zeit hauptsächlich eine politische Bewegung gewesen war; und in wenigen Jahren entfachten sie durch Appellieren an die Prophezeiungen und Verheißungen, die dem Abraham gemacht wurden (1. Mo. 22:16-18), das Feuer des Zionismus in religiöser (jedoch nicht in Bekehrungs-) Hinsicht wieder, und allmählich erstrahlte Israel in dieser Idee. Dies gab einen neuen Geist und Eifer, ein neues Leben und Sehnen für das, was durch ihr Erschlaffen einem Tal verdorrter Gebeine ähnlich geworden war. Es ist dieser Teil des Themas, das im Bild der Vision Hesekiels (Hes. 37:1-14) dargestellt ist, ein Teil davon lautet folgendermaßen:
„Die Hand des HERRN kam über mich, und er führte mich im Geist des HERRN hinaus und ließ mich nieder mitten im Tal; und dieses war voller Gebeine . . . sehr vertrocknet. . . . Da sprach er zu mir: Weissage über diese Gebeine und sage zu ihnen: Ihr vertrockneten Gebeine, höret das Wort des HERRN! . . . Und ich lege Sehnen an euch und lasse Fleisch über euch wachsen . . . und ich gebe Odem in euch, daß ihr lebendig werdet. . . . Da entstand ein Geräusch, als ich weissagte, und siehe, ein Getöse: und die Gebeine rückten zusammen, . . . Fleisch wuchs, . . . und der Odem kam in sie, und sie wurden lebendig und standen auf ihren Füßen, ein sehr, sehr großes Heer. Und er sprach zu mir: . . . diese Gebeine, sie sind das ganze Haus Israel. Siehe, sie sagen: Unsere Gebeine sind vertrocknet, und unsere Hoffnung ist verloren. . . . Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht der Herr, HERR: Siehe, . . . mein Volk, . . . ich gebe meinen Geist in euch, daß ihr lebt, und werde euch in euer Land setzen. Und ihr werdet erkennen, daß ich, der HERR, geredet und es getan habe, spricht der HERR.“

DER WELTKRIEG – EINE ERFÜLLTE PROPHEZEIUNG

Obwohl Pastor Russell und seine Mitarbeiter somit, in dem sie sich auf die Verheißungen und Prophezeiungen und ihre Erfüllung beriefen, die zionistische Bewegung wiederbelebten, blieben viele immer noch hinsichtlich der Durchführbarkeit des Zionismus skeptisch, denn die Türken kontrollierten immer noch Palästina, und obwohl sie einigen Juden seit 1878 erlaubt hatten, nach Palästina zurückzukehren, waren sie den zionistischen Hoffnungen gegenüber nicht wohlgesinnt. Auch wegen des armseligen Zustandes des Landes erschien es schwierig zu erkennen, wieviel Juden erwarten könnten, dort ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Doch die so an der Durchführbarkeit des Zionismus zweifelten, hatten keine Kenntnis von den Plänen Gottes für Sein auserwähltes Volk, das fleischliche Israel. Außerdem waren viele hinsichtlich des Endes der Zeiten der Nationen im Jahr 1914 skeptisch. Als das Jahr 1914 kam, war die Erwartung hoch. Würde im Herbst des Jahres 1914 irgendein großer Umschwung in den Angelegenheiten der Welt kommen, wie Pastor Russell es voraussagte, um zu zeigen, daß das Lehen der Macht der Heiden abgelaufen war, und daß Gott Israels Rückkehr in ihr Heimatland begünstigen würde?
Der Beweis, daß die „sieben Zeiten“ (2520 Jahre) zu Ende gegangen waren, kam mit dem plötzlichen Ausbruch des Weltkrieges, Phase I, gewöhnlich Erster Weltkrieg genannt. Es war der zehnte Tag des fünften Mondmonats des Jahres 607 v.Chr., als der Tempel, das Haus des Königs usw. in Jerusalem durch die Babylonier in Brand gesteckt worden war (Jer. 52:12, 13); und genau 2520 Jahre später, am 10. Tag des fünften Mondmonats (am 1. August 1914), begann der Weltkrieg, der erste Teil der großen „Zeit der Drangsal, dergleichen nicht gewesen ist, seitdem eine Nation besteht bis zu jener Zeit“, „noch je sein wird“ (Dan. 12:1; Mt. 24:21), welche die Regierungen der Heiden stürzt und die Aufrichtung des Königreiches Gottes auf der Erde vorbereitet. Hier erfolgte in der Tat eine bemerkenswerte Erfüllung der Prophezeiung; mehr als 25 Jahre zuvor hatte Pastor Russell aus den Prophezeiungen den genauen Beginn der Zeit der Drangsal im Herbst 1914 vorausgesagt!

DER BRITISCHE PALÄSTINA-FELDZUG

Als im Dezember 1917 Jerusalem den Türken entrissen worden war, waren nicht nur die Juden, sondern die ganze Welt erregt. Jeder schien zu ahnen, daß dort etwas höchst Ungewöhnliches und Bedeutsames geschehen war. Während des Palästina-Feldzuges waren die britischen Truppen gemäß den Berichten seltsam erregt, wie sonst auf keinem anderen Schlachtfeld; alle waren gierig nach Informationen hinsichtlich der Geschichte jeder eroberten Stadt oder jedes Hügels. Die Leserschaft der Welt hatte ein so starkes Interesse daran, daß die vielen Zeitungskorrespondenten damit beschäftigt waren, Bibeln zu durchblättern und die Aufzeichnungen des Alten Testaments den aktuellen Ereignissen anzupassen und Spalte für Spalte Berichte mit Darstellungen von Ereignissen zu telegrafieren, die auf denselben Schlachtfeldern in den Tagen der alten Geschichte Israels geschahen.
Indem Palästina den rücksichtslosen Türken entrissen wurde, wurden die Hoffnungen des Zionismus in großem Ausmaß wiederbelebt. Die Einnahme Jerusalems brachte den Juden große Freude – besonders denjenigen, die sich nach dem Land ihrer Väter sehnten, die, wenn sie beteten, unaufhörlich ihr Angesicht nach Jerusalem richteten (1. Kö. 8:46-53; 2. Chr. 6:36-39), die ihre Toten ostwärts gerichtet begruben, und die absichtlich jedes Hauses, das sie zum Bewohnen bauten, teilweise unfertig ließen, um der Tatsache stumm Zeugnis zu geben, daß sie nur Gäste, Wanderer, Pilger in einem fremden und nicht in ihrem eignen Land waren! Selbst Lord Rothschild, der einer der wohlhabendsten Bankiers der Welt war, ließ eine der Säulen in seinem palastartigem Haus unfertig und deutete auf diese Weise seine Rolle als Kind der Zerstreuung an einem nur zeitlich befristeten Ort an und drückte symbolisch die Hoffnung aus, daß Israel eines Tages in der Lage sein möge, seine Zelte zusammenzufalten und nach Hause zurückzukehren.

WIE JERUSALEM VERSCHONT WURDE

Die Verschonung Jerusalems am 9. Dezember 1917 – ohne Bomben oder Geschützfeuer und ohne die Zerstörung seiner heiligen Gebäude – erscheint geradezu als ein Wunder. Jerusalem ist als eine natürliche Festung oder als ein Bollwerk nahezu uneinnehmbar. Die türkische Armee hätte sich für lange Zeit behaupten können, und die Stadt hätte ausgebombt und mit einer noch schrecklicheren Zerstörung vernichtet werden müssen, als sie durch Nebukadnezar 607 v.Chr. zu Beginn der „sieben Zeiten“ (7x360 oder 2520 Jahre vor dem Herbst 1914) oder durch Titus und die römische Armee am Ende des jüdischen Zeitalters niedergeworfen wurde. Doch da die Zeit der Gunst Gottes für Israel gekommen war, verschonte Er Jerusalem vor der Zerstörung – sie wurde tatsächlich ohne einen einzigen Schuß eingenommen, obwohl sie von wilden und gut ausgebildeten türkischen Truppen gehalten wurde.
Erst nach dem Waffenstillstand kam die ganze Geschichte der leichten Einnahme Jerusalems ans Licht. Es wird berichtet, als General Allenby sich mit seiner Armee näherte, fragte er sich, wie er die Stadt am Besten einnehmen könne, ohne zuviel Schaden anzurichten. Er wollte sie nicht zerstören, und verabscheute den Gedanken von Verwüstung und Blutvergießen inmitten ihrer heiligen Mauern. Doch Krieg ist Krieg, und er hatte eine Pflicht zu erfüllen. Während er so versuchte, Pläne für die Einnahme und gleichzeitige Verschonung der Stadt aufzustellen, erreichte ein feindlicher Bote den türkischen Kommandanten und berichtete, daß eine starke Armee, angeführt vom mächtigen General namens Allah-Bey (Allenby), sich nähere. Der türkische Titel Bey, der nach einem Namen benutzt wird, bezeichnet eine besondere Achtung oder einen besonderen Rang. Die Nachricht verbreitete sich schnell unter den abergläubischen moslemischen Truppen, und der magische Name Allenby wurde von ihnen als Allah-Bey, oder, wie der Name im Arabischen gelesen werden kann, als Allah- Nebi verstanden, was „Der Prophet Allahs“ bedeutet. Erschrocken durch das, was für sie ein heiliger Name war, weigerten sie sich, gegen einen „Propheten Allahs“ zu kämpfen, da sie den Zorn Allahs fürchteten. Unfähig mit dieser Situation zurechtzukommen, gab der Kommandant schließlich Befehle, die Stadt hastig zu räumen, bevor „Allah-Bey“ ankommt.
Nach dem demütigen Einzug in die Stadt zu Fuß und ihre Übernahme stellte General Allenby Lebensmittel für die ausgehungerte Bevölkerung zur Verfügung und erlaubte ihnen, ihren friedfertigen Beschäftigungen wieder nachzugehen. Danach stieß er mit seinen Truppen und der unter jüdischer Flagge kämpfenden „jüdischen Legion“ weiter und befreite den Rest Palästinas von den Türken. Doch schließlich verlor sein Name seine Magie, als die Türken ihn besser zu verstehen begannen, und er stieß auf großen Widerstand. Dennoch stieß er weiter in Richtung Norden und bis zum Herbst wurde Damaskus eingenommen. Zwei Wochen nachdem es der „jüdischen Legion“ gelang, die Türken jenseits der alten Grenze Salomos und Davids in der Nähe von Damaskus zu treiben, befreiten sie das ganze Land von diesem Volk, das seit Jahrhunderten der Hauptdorn in Israels Auge war, der allgemeine Waffenstillstand wurde erklärt, und der Krieg, der seit vier Jahren getobt hatte, kam überall auf der Welt zu einem plötzlichen Ende. Es war, als ob Gott gesagt hätte: „Das Hauptziel, sofern es Mein auserwähltes Volk betrifft, ist jetzt erreicht; daher beendet euren Kampf und laßt Israel ziehen und ihr Heimatland wiederaufbauen“.

DIE ERGEBNISSE DES WELTKRIEGES FÜR DEN ZIONISMUS VON VORTEIL

Auf diese Weise endete die erste Phase des Weltkrieges (1914 bis 1918) mit großen Vorteilen für die Rückkehr der Juden in ihr Heimatland. Nicht nur Palästina wurde von der Gewaltherrschaft der Türken befreit, sondern auch Britannien wurde dazu bedrängt, der zionistischen Bewegung zu helfen. Zum richtigen Zeitpunkt nahm dieser Druck so stark zu, daß Britannien am 02. November 1917 veranlaßt wurde, die Balfour-Deklaration herauszugeben, wodurch es verpflichtet wurde, „die Schaffung eines Nationalheimes für das jüdische Volk in Palästina mit Wohlwollen zu betrachten“ und „die größtmöglichen Anstrengungen zu machen, um das Erreichen dieses Zieles zu erleichtern“. Die anderen alliierten Mächte stimmten dieser Erklärung zu. Somit war der Weg für eine sprunghaft voranschreitende Rückkehr Israels in das Land geöffnet worden.
Nach dem Ende des Weltkrieges, Phase I, wurde Britannien im April 1920 auf der Konferenz der Siegermächte in San Remo mit dem Mandat über Palästina betraut. Dieses Mandat wurde 1922 durch den Völkerbundsrat bestätigt, obgleich es offiziell erst im September 1923 in Kraft trat. Eigentlich sollte dies zu einer unbegrenzten jüdischen Einwanderung nach Palästina führen, doch das geschah nicht; auf Grund arabischer Opposition und Unruhen in Palästina begrenzte Britannien die Einwanderung. Der Herr brachte jedoch zur rechten Zeit solch einen Druck auf Britannien (zum Teil durch den Weltkrieg Phase II), daß sie gezwungen waren, die Israeliten mit weniger Einschränkungen einwandern zu lassen.

EINE ANERKANNTE NATION

Nach langem Warten, nach vielen Jahren der Verhandlungen und dem Ende des britischen Mandats wurde der Staat Israel im Mai 1948 gegründet. Dies bezeichnete den Anfang einer beträchtlichen Zunahme der Anzahl zurückkehrender Israeliten, z.B. kehrten zwischen 1948 und 1951 über 684.000 zurück. Seit damals sind viele weitere auf dem Luftweg, Wasserweg usw. zurückgekehrt. Unter dem 1950 vom israelischen Parlament verabschiedeten „Gesetz der Rückkehr“ wurden die Tore Israels für jeden geöffnet, der zurückzukehren wünschte. Es ist berichtet worden, daß Juden aus 64 unterschiedlichen Ländern kamen, und daß es jetzt mehr als 1,6 Millionen Juden in Palästina gibt. In den Jahren 1948-49 waren die Juden im Krieg mit den Arabern siegreich. Gott wird die Israeliten weiterhin unterstützen, um das Heilige Land von den Arabern zu befreien. Er wird es Israel ganz zum Besitz geben, so wie die Prophezeiungen es uns versichern, und wird ihre Grenzen so wie in den Tagen Davids und Salomos ausdehnen.

EIN VERWÜSTETES LAND WIEDERHERGESTELLT

Die erste Phase des Weltkrieges (1914-1918) hatte Palästina wirtschaftlich in einer sehr ernsten Notlage hinterlassen. Die türkischen Armeen hatten das Land überrannt, geplündert und verwüstet, und in den vorangegangenen Jahrhunderten hatten die Türken und Araber die Wälder rücksichtslos zerstört, dem Boden seine Fruchtbarkeit geraubt und wenig oder gar nichts getan, um der Bodenerosion vorzubeugen, bis im Jahr 1918 die Hälfte des Landes als unfruchtbar beschrieben wurde. Aber die Dinge sollten eine entscheidende Wende zum Besseren nehmen. Gott hatte verheißen (Jer. 32:37, 41-44), daß Er „ihre Gefangenschaft wenden“ und „sie in Sicherheit wohnen lassen“ werde. Weiterhin verhieß Er in Am. 9:14, 15: „Ich werde die Gefangenschaft meines Volkes Israel wenden, und sie werden die verwüsteten Städte aufbauen und bewohnen, und Weinberge pflanzen und deren Wein trinken und Gärten anlegen und deren Frucht essen. Und ich werde sie in ihrem Land pflanzen; und sie sollen nicht mehr herausgerissen werden aus ihrem Land, das ich ihnen gegeben habe [das Land, das dem Samen Jakobs als ein ewiges Besitztum verheißen wurde – 1. Mo. 48:4; 17:8]“. Diese Prophezeiungen sind auf wunderbare Weise, zum Erstaunen der Welt, vor ihren Augen erfüllt worden.
Wo immer auch die zurückkehrenden Verbannten siedeln, stellen sie die einstige Fruchtbarkeit des Landes unter göttlicher Segnung durch wissenschaftliche Landwirtschaft und Obstanbau wieder her. Im Jahre 1927 begannen die Teiche Salomos, die seit Jahrhunderten trocken waren, wieder überzulaufen, und beachtliche 270.000.000 Liter Wasser befanden sich nach geschätzten Messungen in den Teichen. Zu der Zeit wurde der Hochkommissar von Palästina gebeten, einen Tag zur öffentlichen Danksagung für dieses offensichtliche Wunder zu erklären. Seit vielen Jahrhunderten waren die „Früh-regen“ kärglich gewesen, während die „Spätregen“ vollständig aufgehört hatten. Aber in Übereinstimmung mit den Berichten sind dieselben zur Freude des Landes mit dem Ergebnis wiedergekehrt, daß einige Teile Palästinas zwei bis drei Ernten pro Jahr einbringen. Durch Bewässerung, Entwässerung usw. sind Hunderttausende Hektar aus einem sumpfigen, dürren und Malaria verseuchtem Zustand in fruchtbares Land umgewandelt worden. Das Esdrelontal (Jesreeltal) z.B., ein ausgedehnter Malariasumpf, wurde in einen Garten Eden verwandelt. Die Früchte Palästinas, z.B. Orangen, werden allen anderen in der Welt als überlegen angesehen. Nahezu 18.000 Tonnen Oliven, die größte Ernte der vergangenen Jahre, wurden während des letzten Jahres in Israel gepflückt; und über 1.000 Olivenölmühlen arbeiten zur Zeit und stellen zahlreiche Produkte her. Tatsächlich, 0 Israel, Gott „läßt euch Regen herabkommen, Frühregen und Spätregen wie zuvor. Und die Tennen werden voll Getreide sein, und die Kufen überfließen von Most und Öl“ (Joe. 2:23, 24).
Jüdische Organisationen außerhalb Palästinas, besonders in Amerika, haben Israels Wiederherstellung in ihrem Land außerordentlich unterstützt. Allein in Amerika, berichtet man, wurde über eine Milliarde Dollar in den vergangenen zehn Jahren für das menschenfreundliche Werk in Israel gesammelt. Das Bauen schreitet in einem enormen Tempo fort. Jerusalem vergrößert sich genau so, wie es in Jer. 31:38- 40 vorausgesagt worden ist. Im Jahr 1910 war Tel-Aviv lediglich eine Hand voll Zelte; heute ist es eine blühende Hafenstadt mit über 400.000 Einwohnern. Haifa war ein kleines Dorf; heute ist es einer der schönsten Häfen am Mittelmeer. Wahrhaftig, „sie werden die uralten Trümmerstätten aufbauen, die Verwüstungen der Vorzeit wiederaufrichten; und sie werden die verödeten Städte erneuern, was wüst lag von Geschlecht zu Geschlecht“ (Jes. 61:4).
Die Juden werden fortfahren, das Land schnell aufzubauen, und werden es enorm reich machen. Weltweite Unruhe wird viele wohlhabende Israeliten dazu beeinflussen, unermeßliche Millionen an Schätzen nach Palästina abzuzweigen und dort zur Sicherheitsverwahrung gegen finanzielle Verluste während der Zeit anzusammeln, in der die heidnischen Nationen in die weiteren Stufen dieser Zeit der großen Drangsal verwickelt werden. Nachdem ihre Revolution und Anarchie ihren Tribut gefordert und die Bevölkerung der Heiden dezimiert haben wird (Jer. 25:33), wohingegen die Juden in verhältnismäßigem Frieden und Sicherheit leben, wird der Rest der europäischen, asiatischen und afrikanischen Nationen, die die erfolgreichen Israeliten betrachten, dazu erregt werden, sie mit dem Ergebnis zu plündern, daß sie die Drangsal Jakobs, Teil II, (Jer. 30:4-8) über sie bringen werden – der letzte Tropfen aus Israels Kelch der Leiden. Doch ihr Messias wird ihnen eine solch außergewöhnliche Befreiung geben (Hes. 38:18-39:29), daß sie sich wie ein Mann zum Herrn umkehren werden (Sach. 12:9, 10); und das Heilige Land wird danach unbestreitbar ihres sein. Somit werden sie als Nation in ihrem Heimatland der Mittelpunkt der Menschheit auf der Erde sein, vorbereitet und wartend auf den Empfang der irdischen Phase des tausendjährigen Königreiches, das zuerst in ihrer Mitte aufgerichtet wird.

DIE HAUPTSTADT DES KOMMENDEN KÖNIGREICHES

Es ist interessant zu beobachten, daß trotz starker Proteste bestimmter heidnischer Regierungen die Hauptstadt Israels, einschließlich des Außenministeriums, jetzt aus Tel-Aviv vollständig verlegt und in Jerusalem fest gegründet ist. Dies ist so, wie es sein sollte, denn unter der neuen Ära, die bald mit ihrer Herrschaft des Friedens aufgerichtet wird, „von Zion wird das Gesetz ausgehen, und des HERRN Wort von Jerusalem.“ (Jes. 2:3), – und nicht von Tel-Aviv, was durch Erlaß der UN Hauptstadt bleiben sollte, weil sie an ihrem Plan festhielt, Jerusalem unter internationale Kontrolle zu stellen.
Jerusalem soll die Hauptstadt des kommenden Königreiches auf der Erde werden, für das Christen immer noch beten: „dein Königreich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden“. Der Apostel Paulus erklärte (Röm. 11:25, 26): „Verstockung ist Israel zum Teil widerfahren, bis die Vollzahl der Nationen eingegangen sein wird“, und daß danach „ganz Israel errettet werden wird [befreit von ihrer Verstockung - Sach. 12:10], wie geschrieben steht: ‚Es wird aus Zion der Erretter kommen [der Messias und Seine Miterben – Offb. 14:1; Ob. 21], er wird die Gottlosigkeiten von Jakob [dem fleischlichen Israel] abwenden‘“. Der Messias baut jetzt die Hütte Davids wieder, die verfallen war, damit der Rest der Menschheit nach dem Herrn suchen möge (Am. 9:11, 12; Apg. 15:15-17), denn Abrahams Same soll alle Familien der Erde segnen (1. Mo. 22:18; Sach. 8:13- 23; 14:16, 17; Jes. 2:2-4).
,,Jauchze, du Tochter Zion, juble, Israel! Freue dich und sei fröhlich von ganzem Herzen, du Tochter Jerusalem! Denn der HERR hat die Gerichte von dir abgewendet, er hat deinen Feind weggeräumt! Der HERR, der König Israels, ist in deiner Mitte; du brauchst kein Übel mehr zu fürchten! In jenen Tagen wird man zu Jerusalem sagen: Fürchte dich nicht! Zion, laß deine Hände nicht sinken! Der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der helfen kann; er wird sich über dich freuen mit Wonne, er wird schweigen in seiner Liebe, er wird über dir jubelnd frohlocken. Die Bekümmerten, die der Versammlungen entbehren mußten, will ich sammeln; sie waren von dir, [aber] eine Last auf dir, ein Vorwurf. Siehe, ich will zu jener Zeit alle deine Peiniger unterdrücken und will dem Hinkenden helfen und das Verstoßene sammeln und will sie zu Lob und Ehren machen in allen Ländern, wo sie jetzt verachtet sind. Zu jener Zeit will ich euch hereinbringen, zur Zeit, da ich euch sammeln werde; denn ich will euch zu Lob und Ehren machen unter allen Völkern der Erde, wenn ich euer Gefängnis vor euren Augen wenden werde, spricht der HERR.“ (Zeph. 3:14-20). „Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk soll sagen: Amen! Hallelujah!“ (Ps. 106:48).

Anmeldename
Passwort