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WAR PASTOR RUSSELL MITGLIED DER FREIMAURER? TEILTE ER
IHRE LEHREN?
Es wurde der Vorwurf hervorgebracht, dass
Pastor Russell und die Bibelforscher mit den Freimaurern in
Verbindung stünden und dass beide Gruppen zu verurteilen
seien, weil sie in ihrem Wesen okkult seien. Der Verweis auf
das Okkulte wird benutzt, um beides zu beschreiben, den
geheimnisvollen so wie auch den dämonischen Aspekt ihrer
jeweiligen Glaubensansichten.
Ein Kritiker, Fritz Springmeier, behauptet unverfroren, dass
„C.T. Russell definitiv ein Freimaurer war“, und er listet
fünfunddreißig Punkte auf, die angeblich beweisen, dass die
Denkweise und das Vorstellungsvermögen des Pastors von ihnen
geliehen waren. In den Punkten, die Steinmeier aufführt,
behauptet er unter anderem, dass sowohl die Bibelforscher
als auch die Freimaurer:
-
ihre Wahrheit auf die Große Pyramide
stützen,
-
auf den Namen „Jehovah“ Nachdruck
legen,
-
glauben, dass die Bibel verschlüsselt
geschrieben ist,
-
fasziniert sind von Zahlen und deren
besonderer Bedeutung,
-
sich stark auf gnostische Konzepte
„geoffenbarter Geheimnisse“ stützen,
-
ähnliche Symbole, besonders das Logo
“Kreuz und Krone“ benutzen,
-
sich in Freimaurertempeln treffen.
Derselbe Kritiker deutet auch maßlos an,
dass Pastor Russell insgeheim „ein bedeutsamer Satanist“ war
und dass verschiedene Elemente der Magie ein Teil seines
religiösen Glaubens waren, einschließlich des Symbols „der
geflügelten Sonne“ aus dem Alten Ägypten.
Diese Vorwürfe beruhen entweder auf einer falschen
Schlussfolgerung oder sind ganz falsch. Diese Methode ist
ein Versuch, einige äußerliche Ähnlichkeiten hervorzuheben
ohne eine vollständige Analyse anzubieten. Das ist keine
geeignete Form der Argumentation und kann die Schuld nur auf
der Grundlage schwacher Indizien zuweisen. Lasst uns daher
auf aktuelle Fakten stützen und mit einer kurzen
Beschreibung der Freimaurer beginnen.
Der Freimaurer-Orden ist eine internationale Organisation
mit einer langen Geschichte, die mindestens bis ins 12.
Jahrhundert zurückreicht. Er stand ursprünglich mit der
Baukunst in Verbindung und hat bestimmte geheimnisvolle und
religiöse Elemente adaptiert. Heute wird er im Allgemeinen
als eine brüderliche und philanthropische Organisation
gesehen, die öffentliche Bildung und verschiedene
gesellschaftliche und wohltätige Projekte unterstützt.
Der Orden ist keine Religion, sondern er hat sich religiöse
Untertöne in seine Riten und Zeremonien einverleibt. Es gibt
eine lange Geschichte der gegenseitigen Anfeindung zwischen
dem Freimaurer-Orden und der Römisch-katholischen Kirche,
mit wiederholten offiziellen Äußerungen seitens des Vatikans
gegen Freimaurer. Die Beziehungen haben sich in den letzten
Jahren etwas verbessert und es gibt so manche Zusammenarbeit
bei gemeinsamen Unterfangen. Jedoch haben die Katholische
Kirche und einige protestantische Denominationen die
Zugehörigkeit zu den Freimaurern verboten oder zu verhindern
gesucht.
Die Geheimhaltung der Zeremonien der Freimaurer geben in
verschiedenen Ländern Anlass zu Angst und Misstrauen. Im
Laufe der Jahre wurden Anschuldigungen verbreitet, dass die
Freimaurer Magie ausüben, sich mit dem Bösen beschäftigen
und den Teufel verehren. Obwohl diese Vorwürfe völlig
unbegründet sind, geistert die vermeintliche Verbindung
immer noch in den Köpfen mancher Menschen herum. Somit ist
klar, warum Kritiker von Pastor Russell sich darum bemühen,
ihn fälschlicherweise mit den Freimaurern in Verbindung zu
bringen. Das würde ihnen die Möglichkeit eröffnen, zu
behaupten, dass die Bibelforscher heimlich in die Anbetung
Satans und okkulte Handlungen involviert sind. Dennoch, wir
müssen in dieser Situation der Ehrlichkeit und Vernunft
Platz machen, wenn wir die verschiedenen Aspekte dieser
Angelegenheit untersuchen.
Lasst uns daher drei Dinge tun:
-
die eigenen Stellungnahmen von Pastor
Russell hinsichtlich einer möglichen Verbindung zu den
Freimaurern prüfen,
-
einige der den Freimaurern zugrunde
liegenden religiösen Konzepte und Philosophien mit den
Glaubensmeinungen der Bibelforscher vergleichen,
-
einen Blick auf einige „mystische
Symbole“ werfen, die angeblich von den Bibelforschern
übernommen worden sind.
Diese Beweise in der Hand eines Lesers
werden ihm ermöglichen, die fehlende Logik und die
Falschheit der Vorwürfe, die gemacht worden sind, zu
bewerten.
1. KOMMENTARE VON PASTOR RUSSELL
Wir wenden uns nun zuerst den Worten des Pastors zu. In der
Schriftstudien-Reihe schrieb er:
„Ist es richtig, wenn die Neue Schöpfung Mitglied in
verschiedenen Vereinigungen (Orden) ist? Wir antworten,
obwohl kirchliche Vereinigungen im Allgemeinen rein
religiöser und Geschäfts- und Wohlfahrtsorganisationen ganz
weltlicher Natur sind, gibt es jedoch noch andere
Organisationen, die die religiösen und weltlichen Merkmale
kombinieren. So wie wir die Sache verstehen, führen zum
Beispiel die Freimaurer, der Odd-Fellow-Orden, der Orden der
Ritter Pythias usw. bestimmte Rituale und Zeremonien
religiöser Art durch … Wir warnen die Neue Schöpfung,
keine
Verbindungen mit diesen halbreligiösen Gesellschaften,
Klubs, Orden und Kirchen einzugehen; sondern aus ihnen
auszutreten und unabhängig von ihnen zu sein und keine
unreinen Dinge zu berühren (2. Kor. 6:17) …“.
Noch früher hat er sogar seine ganze Ablehnung gegenüber
solchen geheimen, halbreligiösen Gesellschaften zum Ausdruck
gebracht:
„Soweit wir es beurteilen können, gibt es in Verbindung mit
den Ritualen dieser Orden (den Freimaurern) und einigen
anderen ein bestimmtes Maß an (vorgetäuschter) Verehrung und
Maskerade, die von den Mitgliedern nicht verstanden werden,
die aber in vielen Fällen dazu dienen, das natürliche
Verlangen nach Verehrung zu befriedigen und dadurch das
Verlangen Gott im Geist und in der Wahrheit – durch
Christus, den einzigen berufenen Mittler und Großmeister -
zu verehren, verhindern.
Im dem Verhältnis in dem solche Gesellschaften die freie
Zeit mit törichten, sinnlosen Ritualen und Zeremonien
verbringen und Worte und Symbole, die keine Bedeutung für
sie haben … an Stelle von [wahrer] Verehrung setzen … in dem
Maße sind diese Gesellschaften ein ernstes Übel … Wo auch
immer heimliche Schwüre gefordert werden, ist es für das
Volk Gottes sicherer, solche Verbindungen nicht anzurühren,
auszuprobieren und darin aktiv zu werden … Das ist eine
Warnung des Heiligen Jakobus gegen die Bindung durch
Schwüre, die von vielen geheimen Gesellschaften verlangt
werden (Jak. 5:12) …“
Schließlich finden wir die deutlichste Äußerung Pastor
Russells, dass er selbst keine Verbindungen zu einer
geheimen Gesellschaft hatte, in seiner Stellungnahme
hinsichtlich eines Briefes, der ihm durch einen Leser seiner
Zeitschrift zugeschickt wurde. Der Leser identifiziert sich
selbst als ein „Mitarbeiter“ der Erntearbeit und als
ehemaliger Freimaurer, der dem Orden über zwanzig Jahre
zugehörte und den Rang eines Worshipful Masters inne hatte
(Anm. des Übersetzers: ranghöchstes Mitglied einer Loge).
Bei der Veröffentlichung dieses Briefes gab Pastor Russell
folgende Einleitung:
„Ein Bruder, der sehr tief in eine Geheimlehre verstrickt
war und der weis, dass der Herausgeber solche Erfahrungen
nicht gehabt hat, schreibt folgendes: [hier würde nun der
ganze Brief folgen]“.
Hier ist also eine unmissverständliche Aussage des Pastors,
dass er niemals ein Mitglied irgendeiner geheimen
Gesellschaft wie den Freimaurern war, was das Hauptthema des
Briefes war. Dieses Zitat würde man normalerweise für
ausreichend halten, um diese Sache zu klären, gäbe es nicht
eine Bemerkung, die der Pastor in einem Vortrag im Jahre
1913 machte. Wenn man diese aus dem Kontext heraus nimmt
ohne dabei seine Erklärung zu lesen, scheint sie allem, was
wir bisher gesagt haben, zu widersprechen. Seine Worte
lauteten: „Ich bin ein Freimaurer … Ich werde kein Wort
gegen die Freimaurer sagen.“
Wenn man jedoch seine darauffolgende ausführliche
Darstellung liest, stellt sich heraus, dass er einen Vortrag
„Der Tempel Gottes“ hielt, und zwar in einer
von den
Freimaurern gemieteten Versammlungshalle. Der Pastor
benutzte nur eine figurative Redewendung, um einige
begrenzte Ähnlichkeiten mit dieser Gruppe auszudrücken. Er
hatte den Vortrag mit der Aussage begonnen, dass die
Bibelforscher eine christliche Gruppierung sind und als
solche in bestimmten Glaubenspunkten mit jeder Denomination
in Übereinstimmung und Harmonie stehen würden.
Der Pastor fuhr dann fort, die Vorbereitung des Geistigen
Tempels ausführlich zu beschreiben, woran die Freimaurer
anscheinend interessiert waren. Dieser Tempel besteht aus
den wahren Nachfolgern Christi, die während des
Evangelium-Zeitalters aus der Welt gesammelt und bestehend
aus „lebendigen Steinen“, gemeißelt und poliert werden für
ihre jeweiligen Plätze in Gottes symbolischem Tempel.
Während seines Vortrages bemühte er sich, die Freimaurer
unter den Zuhörern anzusprechen, indem er Begriffe und
Ausdrücke benutzte, die ihnen vertraut waren. An einer
Stelle sagt er:
„Wir, Mitglieder des Freien und Anerkannten Freimaurerordens
unter der Führerschaft des Herrn Jesus Christus haben den
höchsten Standard; unser Kreuz ist nicht das auf dem Kopf
des Schwertes, sondern das Kreuz Christi.“
Hier folgt nun seine Erklärung, wie die wahren Gläubigen als
„Freimaurer“ betrachtet werden können:
„Wir sind frei, meine lieben Brüder … frei von [Sünde],
frei
von der Herrschaft der Sünde, frei von … dem Zustand der
Sünde und des Todes, in dem wir uns einst befanden … die
Fußfesseln sind abgefallen. Wenn dich der Sohn frei gemacht
hat, dann bist du wirklich frei. Wenn er seinen Leib als
lebendiges Opfer hingibt und von Gott angenommen wird und
ganz in diese freimaurerische Brüderschaft eingeweiht ist,
in die Freimaurerei der höchsten Ordnung, dieser Königlichen
Priesterschaft, so wird er in seiner Stellung glücklich
werden, denn der Geist der Herrlichkeit und der des Gottes
ruht auf ihm.“
Durch diese Kommentare und andere Aussagen, die der Pastor
tätigte, um das biblische Bild des geistigen Tempels im
Entwicklungsprozess zu skizzieren (1. Kor. 3:9-11), wird
ganz klar, dass sein Vortrag so angelegt war, die Freimaurer
besonders anzusprechen, deren eigentliche Existenz als
Gruppe mit der Baukunst verwandt war. Unter diesem
Gesichtspunkt betrachtet, sollten seine Bemerkungen nicht so
interpretiert werden, als würde er oder die Bibelforscher
mit dieser Gruppe in Verbindung stehen. Im Gegenteil, es ist
klar, dass er an ihre geistigen Sinne appellierte und
zeigte, dass es eine viel höhere Berufung gab, auf die zu
antworten auch sie das Privileg hatten.
2. VERGLEICH DER GLAUBENSSÄTZE
Wir wollen nun fortfahren und einen genaueren Blick auf die
religiösen Untertöne der Freimaurer werfen. Ihr Ziel ist es,
ein universelles Glaubensgebäude zu errichten, in dem hohe
Ideale der Nächstenliebe, Gleichheit und Moral beheimatet
sind. Jedoch gibt es einige wichtige Unterschiede zwischen
den religiösen Elementen der Freimaurer und den
Glaubensbekenntnissen der konservativen Christenheit. Eine
hilfreiche Darstellung findet sich in The Encyclopedia of
Christianity und diese kann folgendermaßen zusammengefasst
werden:
-
Die Freimaurerei hebt die Rolle von
Jesus Christus nicht hervor. Die einzigen
Voraussetzungen die Erleuchtung zu erlangen, um „in die
Große Loge in der Höhe“ einzutreten, kann nur durch die
Lehren der Freimaurer und ausgeführte gute Werke
erreicht werden, ohne die Notwendigkeit sich zu Christus
als Herrn und Erlöser zu bekennen.
-
Die Freimaurerei sieht Gott als einen
Gott des „gemeinsamen Nenners“, der nicht durch die
jüdisch-christliche Definition eines einzigen Höchsten
Wesens, das über allem steht, eingeschränkt ist. Ihr
„ewiger, wahrer Gott“ umfasst eher Elemente des Glaubens
der alten Assyrer, Ägypter, Inder und anderer
nicht-biblischer Quellen.
-
Die Freimaurerei räumt der Bibel
nicht den wichtigsten Platz in ihrem Glaubensgebilde
ein, auch wenn das Buch bei ihren Versammlungen sichtbar
ausgelegt wird. [In Großbritannien und den Vereinigten
Statten muss bei ihren Sitzungen ein geöffnetes Exemplar
des Bandes Sacred Law (Anm. d. Übersetzers: eine
Abschrift eines Heiligen Gesetzes) (das kann die Bibel,
der Koran, der Veda oder ein andres religiöses Buch
sein)]. Selbst wenn die Bibel benutzt wird, gilt sie nur
als eines der „heiligen“ Bücher der Weltreligionen und
lediglich als ein Teil von „Gottes [ganzer]
Offenbarung“.
-
Einen Kandidaten, der in den Bund der
Freimaurer aufgenommen werden soll, bezeichnet man als
jemanden, der sich „im Zustand der Finsternis“ befindet
und der durch die Offenbarung des Wissens, welches er
nur hier erlangen kann, erleuchtet sein wird.
In allen diesen Punkten unterscheiden
sich die Bibelforscher, wie auch andere konservative
Christen, von den Freimaurern. In der gleichen Reihenfolge
wie oben aufgeführt lehren die Bibelforscher:
-
Dass das Lösegeldopfer Jesu der
Mittelpunkt im Plane Gottes zur Erlösung der Menschheit
ist, denn die Bibel sagt deutlich aus, dass „auch kein
anderer Name ist unter dem Himmel, der unter den
Menschen [außer Jesus] gegeben ist, in welchem wir
errettet werden müssen“ (Apg. 4:12).
-
Dass ein Gott des „gemeinsamen
Nenners“, dem Elemente aus verschiedenen heidnischen
Religionen einverleibt sind, ein Konzept ist, das nicht
den Lehren der Bibel entspricht; der wahre, ewige Gott
hat sich durch sein geschriebenes Wort, die Bibel,
offenbart und nicht durch ein Gemisch anderer
Philosophien oder Glaubensansichten (Jes. 8:20).
-
Dass die Bibel von allen anderen
Büchern unterschieden werden muss; sie allein ist das
heilige, inspirierte Wort Gottes und spielt eine
einzigartige Rolle als Quelle aller religiösen Wahrheit
(2. Tim. 3:15, 16).
-
Dass die geistige Erleuchtung durch
eine persönliche Beziehung zu Gott, durch das Wirken des
heiligen Geistes und das Studium der Bibel erreicht
werden kann. Sie ist von keiner menschlichen
Organisation abhängig und kann auch nicht durch geheime
Zeremonien und bindende Schwüre erreicht werden. Allein
durch den Glauben an Christus und die völlige Weihung
für den himmlischen Vater kann man in die Familie Gottes
aufgenommen werden. Das Verständnis der tiefen Dinge,
die vorher verborgen waren, eröffnet sich allen, die
dann auf seinem Weg wandeln (1. Kor. 2:9, 10; Kol. 1:26,
27)
Obwohl der obige Vergleich den deutlichen Unterschied
zwischen den Bibelforschern und den Freimaurern zeigt, gibt
es noch einen anderen Punkt, der erwähnt werden muss. In den
Bemühungen, eine Bruderschaft unter den Menschen
verschiedener Glaubensrichtungen zu gründen, verlangen die
Freimaurer von allen ihren künftigen Kandidaten besonders
die Anerkennung zweier religiöser Dogmen:
-
den Glauben an ein allerhöchstes
Wesen
-
den Glauben an die Unsterblichkeit
der Seele.
Dieser zweite punkt unterscheidet die Bibelforscher des
weitern von den Freimaurern, denn sie glauben, dass die
Hoffnung eines zukünftigen Lebens in der Auferstehung der
Toten begründet liegt und nicht im Besitzen einer
unsterblichen Seele.
Im Lichte dieser Analyse kann gesehen werden,
wie weit
herbeigeholt der Vorwurf ist, dass die Bibelforscher in
ihren religiösen Glaubensüberzeugungen oder Praktiken mit
den Freimaurern verwandt sind. Die Kluft zwischen diesen
beiden Gruppen ist zu groß und darf daher nicht zu so einer
Einschätzung führen.
3. DER GEBRAUCH MYSTISCHER SYMBOLE
Wenn die oben erfolgte Schlussfolgerung richtig ist, wie
erklären wir dann die offensichtliche Adaptation bestimmter
„mystischer Zeichen“ durch die Bibelforscher, einschließlich
des Kreuzes und der Krone? In dieser Hinsicht wirft
Folgendes Randall Watters vor:
-
„Es ist bekannt, dass Russel geheime
Gesellschaften, besonders die Freimaurer, bewunderte. Es
ist bestimmt kein Zufall, dass eines seiner
Lieblingssymbole, das Kreuz und die Krone, kein anderes
als das Logo des Tempelritterordens der Freimaurer war…“
-
„Russel benutze [auch] gerne die
`geflügelte Sonne` des Sonnengottes Ra, was seine
Faszination für die ägyptische Religion und Mysterien
offenbart. Er platzierte dieses Emblem auf den Einbänden
seiner Schriftstudien.“
Wiederum haben wir hier eine Mischung
von ganz falschen und mit Vorurteilen beladenen Behauptungen. Wir haben bereits
gesehen, dass Pastor Russell kein Verehrer von geheimen
Gesellschaften war und er hat sehr dazu geraten, ihnen nicht
beizutreten. Was das Symbol des Kreuzes und der Krone
betrifft, so war dieses weder für die Bibelforscher noch für
die Freimaurer sehr charakteristisch. Wenn Pastor Russel
dieses Symbol so gerne hätte, so befand er sich in bester
Gesellschaft mit anderen: Sowohl die Katholische als auch
die Protestantische Kirche haben das Kreuz und die Krone
weltweit adaptiert und seit Jahrhunderten als christliches
Emblem benutzt, um damit die letztendliche Belohnung der
treuen Gläubigen zu symbolisieren.
Die Bibelforscher haben das Symbol
des Kreuzes und der Krone
zum ersten Mal auf dem Einband des Magazins Watch Tower im
Januar 1891 angewendet und dann erschien es wiederholt
bis
1931. Anfangs gab es keinen Kranz, der das Kreuz und die
Krone umschloss, sondern nur ein einfaches geometrisches
Muster. Später, beginnend mit dem 1. Januar 1895, wurde ein
grünes Gebinde hinzugefügt, welches dem Kranz das
charakteristische Aussehen verlieh, das er heute noch hat,
und der oft auf Programmheftchen und Briefköpfen der
Bibelforscher verwendet wird. Da dieses Symbol niemals
allein den Freimaurern gehörte, trägt dessen Adaptation
durch die Bibelforscher auch nicht dazu bei, aus diesem
Grund eine Verbindung zu dieser Gruppe (oder zu irgendeiner
anderen Gruppe) herzustellen.
Die Bedeutung, die die Bibelforscher dem Kreuz und der Krone
beimessen leiten sie aus der Heiligen Schrift ab, wo beiden
Symbolen ein wichtiger Platz eingeräumt wird. Ferner war das
Kreuz nicht nur das Werkzeug des Todes Christi, sondern es
ist auch eine Metapher der Prüfungen und Verfolgungen der
Gläubigen (Matth. 16:24). Die Krone wird oft als
Symbol der
Herrlichkeit, der Ehre und Unsterblichkeit benutzt, die
Christus und seiner Kirche für ihren treuen Dienst für Gott
garantiert wurden (Offb. 3:21; 2:10). Die Bibel stellt auch
klar heraus, dass das Erlangen der Krone vom treuen Tragen
des Kreuzes selbst bis zum Tod hin abhängig ist (Jak. 1:12).
Das Gedicht „No Cross, No Crown“ (Anm. d. Übersetzers: „Kein
Kreuz, Keine Krone“), das in der Ausgabe des Watch Tower vom
1. Juli 1911 erschien, unterstreicht diesen Aspekt. Auch das
ist keine spezifische Vorstellung der Bibelforscher allein,
sondern man kann sie in den Kirchenliedern, die bis ins 18.
Jahrhundert zurückgehen, finden. Schließlich wird auch der
Kranz, in dem das Kreuz und die Krone eingeschlossen sind,
als Zeichen des Sieges benutzt. Man benutzte ihn, um den
Sieger bei den Olympischen Spielen in Griechenland zu krönen
– eine direkte Anspielung darauf sehen wir in 1 Kor. 9:25.
Eine ähnliche biblische Grundlage kann für das Symbol der
„geflügelten Sonne“ gefunden werden, die, obwohl sie aus der
Antike stammt, am Anfang des 20. Jahrhunderts populär war
und selbst von einer Automobilfirma adaptiert wurde. Für die
Bibelforscher war das ein passendes Symbol, um die kommenden
Ereignisse, die am Beginn des Millenniumstages eintreten
sollten, darzustellen: Es „… wird die Sonne der
Gerechtigkeit aufgehen mit Heilung in ihren Flügeln“ (Mal.
4:2), was sich auf die Rolle des Messias als neuen Herrscher
der Erde im Königreich bezieht, der allen Familien auf der
Erde Segen bringen wird. Seit 1911 wurde eine Zeit lang die
„geflügelte Sonne“ als Symbol auf den Einbänden der
Schriftstudien benutzt, was aber mit Sicherheit in keinster
Weise mit dem primitiven ägyptischen Sonnengott Ra. in
Verbindung stand. Pastor Russell hat immer alle Formen des
Okkultismus nachdrücklich abgelehnt und er hat niemals
wissentlich irgendwelche mystischen Symbole in seinen Dienst
und Lehren gebraucht.
SCHLUSSGEDANKEN
Wir haben einige der äußerlichen Ähnlichkeiten zwischen den
Bibelforschern und den Freimaurern besprochen und können
ganz klar feststellen, dass es keine Grundlagen dafür gibt,
sie miteinander in Verbindung zu bringen. Selbst die
Tatsache, dass sie manchmal in einer Einrichtung der
Freimauerer Zusammenkünfte haben, ist irrelevant, da sie
sich auch in Kirchen, Gebäuden der YMCA (Anm. d.
Übersetzers: CVJM), in Schulen, in öffentlichen
Veranstaltungshallen, Konferenzzentren und Privathäuser, die
entsprechend ausgestattet sind, treffen. Das Fazit lautet
daher, es gibt keine Grundlage dafür, Pastor Russell und
seinen Anhängern okkulte Glaubensansichten oder Praktiken
(oder die dem Anschein nach mit den Freimaurern zu tun
haben) zuzuschreiben.
Quelle: Pastor C.T. Russell Messenger of Millennial Hope
- Charles F. Redeker - S. 219 – 227.
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